Kinder

Internat #1

Wie vielleicht einige von Euch wissen, geht unser Kleiner dieses Jahr in das Internat. Es handelt sich hierbei um ein Internat speziell für Kinder mit sozialen und/oder schulischen Defiziten. Wir sehen diese Schule im speziellen als einzigartige Chance für ihn an, doch noch zu einem sauberen Schulabschluss zu kommen, denn die Alternative wäre Hauptschule mit wahrscheinlichen Abstieg in die Sonderschule gewesen, obwohl er von der Intelligenz her dort überhaupt nichts zu suchen. hat.

Nun haben wir die erste Woche hinter uns und ich kann bereits einen ersten Eindruck verzeichnen:

Schulisch

Das größte Problem war ja die schulische Situation. Dass er einfach abgeblockt hat und auch bis zum Schluss nicht mehr den Anschluss gefunden hat. Als er daraufhin von den Noten befreit wurde, wurden auch die Leistungen besser. Nun soll er das Realschulniveau der Schule leisten. Nach der ersten Woche ergab sich ein Gespräch mit seiner Lehrkraft.

Es geht. Es ist nicht so schlimm wie befürchtet. Sie nimmt ihn so an wie er ist und setzt sich auch durch. Dies honoriert er bisher mit Leistung. Er probiert die Grenze aus, erkennt sie und arbeitet nun mit. Ja!

Bereits nach einer Woche liebt er seine Lehrerin heiß und innig und auch die anderen Lehrkräfte machen einen sehr netten, sympatischen und lockeren Eindruck. Auch als Mutter fühle ich mich dort angenommen und angekommen, denn wir werden für das „Nichtkönnen“ unserer Kinder nicht gleich zum Versager gestempelt, sondern es wird z.B. gemeinsam nach den Ursachen geforscht, warum zum Beispiel die Hausaufgaben nicht gemacht werden konnten. So ist es Richtig und so macht es Sinn!

Sozial

Ganz besonders süß fand ich eine SMS von ihm, dass nun T2 (der gleiche seltene Name wie unser Großer) nun sein bester Freund ist. Zu Hause hat er noch von einem weiteren guten Freund erzählt, seinen Zimmergenossen mag er auch und ansonsten scheint er sich dort sehr wohl zu fühlen. Weiteres muss erst noch abgewartet werden.

Wie geht es ihm dort?

Anscheinend geht es ihm dort sehr gut. Das zeigt auch, dass er gerne wieder zurückgekehrt ist und wir relativ schnell entlassen sind, wenn wir ihn bringen. Wir dürfen nur den Koffer ausräumen und dann haben wir gefälligst zu verschwinden.

Wie geht es uns dabei?

Diese Münze hat zwei Seiten. Einerseits tut es uns schon weh, von unserem Kind getrennt zu sein. Doch andererseits muss ich mich auch zurücknehmen, wenn diese Möglichkeit die einzige und letzte Chance für ihn ist. Mit ganz schlechtem Gewissen ist man auch heimlich froh, nicht mehr das morgentliche Aufstehchaos bewältigen zu müssen und freut sich heimlich, dass man sich nicht über sein Chaos ärgern muss.

Dann wiederum vermisst man das Chaos, seine Fröhlichkeit und die kuscheligen und schönen Momente mit dem Kind.

Wie war das Wochenende?

Noch hat sich nicht alles eingespielt und wir sind auch noch unsicher wie wir uns hier richtig verhalten sollen. Erst war am Freitag schon der erste Elternabend und Abends waren wir auf Wasserburg leuchtet.  Am Samstag mussten wir einkaufen, Messebesuch etc. am Sonntag schon wieder Koffer packen, zu kleine Wäsche aussortieren und unser Kind wieder zurück bringen. Immerhin haben wir jeden Tagen ein paar Spielstunden eingelegt, bei der die Familie zusammen war.

Schwierig ist auch am Wochenende das Verhältnis zum Bruder. Unser Großer ist ja ein Alphatierchen und steht gerne im Mittelpunkt. Es ist für ihn absolut nicht leicht sich hier mal zurückzunehmen und den Kleinen den Vortritt zu lassen. Doch das wird er lernen müssen, denn gerade an den Wochenenden sollte der Kleine nicht im Schatten des Großen stehen müssen. Dieser hat uns ja die ganze Woche sonst auch.

Hier müssen wir noch daran arbeiten und mal schauen, wie sich nächste Woche zeigt. Ansonsten holen wir uns Hilfe bei seinem Psychotherapeuten.

Klappt alles?

Mehr oder weniger 🙂 . Die Hausaufgaben hat unser Kleiner freiwillig, ohne zu murren und selbständig erledigt – das immerhin hat schon mal geklappt. Holen und Bringen klappt. Der Große kann auch alleine bleiben, wenn sich das Abholen mit seiner Zuhause-Zeit überschneidet und das Ein- und Auspacken klappt auch. Zumindest größtenteils.

Bis auf kleinere Missgeschicke – Wenn der Vater mit dem Sohne Koffer packt. Nun ja, da muss er durch. Ich kann mich nicht klonen und lieber sortiere ich die Wäsche durch als mein Mann, denn dann wäre das Chaos perfekt.

Fazit nach einer Woche

Ja, es scheint der richtige Weg zu sein. Und ich fühle mich dort schon erheblich besser angenommen, als es in der Grundschule jemals der Fall war. Ich glaube, unser Kleiner teilt meine Meinung hierzu.

In unregelmäßigen Abständen werde ich Euch auf dem Laufenden halten.

 

10 Kommentare

  • Sylvia

    Ich habe schon ganz gespannt auf den ersten Bericht gewartet .

    Toll, dass es so gut klappt und ihr das Gefühl habt, dass die Entscheidung richtig war. Ich glaube auch, dass das schlechte Gewissen wegen der Entlastung völlig unnötig ist, denn wir reden ja nicht vom ganz „normalen“ Wahnsinn in „normalen“ Familien.

    Weiter so, ich drücke die Daumen !

    • Mella

      Huhu Sylvia,
      das mit dem „normalen“ Wahnsinn einer normalen Familie hast Du schön gesagt, Du weißt wovon Du redest und ich wohl jetzt erst recht, da ich nur noch ein „normales“ Kind zu Hause habe.
      Doch das ist wohl oft auch der Krux an der Sache.
      Normale Menschen können sich unseren Wahnsinn oft nicht mal ansatzweise vorstellen 😮

      Wie gehte es Junior jetzt in der nächsthöheren Klasse? Immer noch so gut?

  • Iris

    Hallo Mella,

    auch ich war schon ganz gespannt auf deinen ersten Internatsbericht und freue mich mit und für euch, dass es so positiv begonnen hat und das, was noch nicht ganz optimal ist, kommt nach und nach. Ehrlich gesagt habe ich in der ganzen Geschichte meinen allergrößten Respekt für deinen Kleinen. In seinem Alter hätten mich keine 10 Pferde in ein Internat gekriegt oder überhaupt weg von zu Hause.

    LG und weiter gutes Gelingen.
    Iris

    • Mella

      Ich habe auch Respekt vor seinem Mut und er hatte auch ganz schön Bammel. Doch insgesamt war unserem Kleinen wohl auch klar, dass dies eine eimalige Chance ist – auch eine Chance auf richtige Freunde.Deshalb ging es.

  • Susanne K.

    Hallo Mella, ich freue mich für Euch, dass es so ein guter Start war! Bin schon sehr gespannt auf die weiteren Berichte.

    Auch meinen Respekt für Euren Kleinen (werd’s ihm auch noch persönlich sagen) und Euch als Eltern.
    Grüßle Susanne

    • Mella

      Siehst ihn ja eh am Freitag und kannst ihm Löcher in den Bauch fragen. Doch ich warne Dich auch gleich vor – der Große drängt noch gerne dazwischen.

  • Kinderbetreuung

    Hi Mella,

    ich bin richtig erstaunt das es so gut klappt. Man verbindet ja ein Internat eher mit etwas negativen.

    Ich freue mich für dich das es so gut klappt für deinen kleinen und bin schon auf die folgenden Beiträge gespannt 🙂

    Liebe Grüße, der Kai

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