Kann man Leser an den Blog binden?

Der Webmasterfriday dieser Woche greift ein wichtiges und doch so schwieriges Thema auf. Und zwar geht es darum die Leser an den Blog zu binden. 

Ich stelle hingegen die Frage, in wie weit habe ich als Blogbetreiber überhaupt Einfluss darauf und ist jedes Mittel sinnvoll?

Content

Also alles was ich hier so schreibe, oder in meinen anderen Blogs. Der Inhalt. Nun, dieser ist wohl das A und O. Er sollte leserlich, ohne zu viele Rechtschreibfehler sein (klar finden sich immer wieder mal welche, aber nicht zu viele!) und das wichtigste er sollte Interessant sein.

Oha – jetzt kommen wir Richtung Zielgruppen-Analyse. Das heißt, wenn ich einen Blog für eine Zielgruppe betreibe, muss der Inhalt zielgruppenrelevant sein. Gut, das betrifft die meisten Blogs nicht, außer sie gehören zu einer Firma oder sollen einen Kundenkreis etc. erreichen.

Themen die Bewegen sollen und dürfen angesprochen werden. Dabei muss man aber immer beachten, dass Religion, Politik etc. nicht immer gut ankommen und man hier Leser gewinnen oder aber auch verlieren kann. Auch wenn eindeutig Standpunkt bezogen wird, leben wir in einem Land, in dem Meinungsfreiheit noch möglich ist und sollte auch akzeptiert werden. Auch wenn man dadurch mal über den eigenen Tellerrand rausblicken muss.

Aber es gibt noch weitere Themen, die einen selbst bewegen und beeinflussen und darüber darf auch mal geschrieben werden.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass ein Blog schon sein Publikum findet. Wenn ich meine Leser hingegen aus irgendeinem Grund nicht ausstehen könnte, dann sollte ich den Fehler bei mir suchen .

Aber ich habe Euch total lieb und anscheinend mache ich vieles Richtig, denn ich habe hier und auch in Buchkritik sehr nettes Publikum .

Ehrlichkeit

Das liegt wohl unter anderem auch darin, dass ich authentisch bin. Und ehrlich. Wenn ich hier drüber schreibe, dass meine Familie mich mal wieder in den Wahnsinn getrieben hat, dann ist das ehrlich, menschlich und das was ich einfach bin. Nein, ich bin keine Übermutter und nein ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Ganz und gar nicht.

Ich bin ehrlich zu meinen Lesern, ehrlich zu mir und dadurch authentisch. Vielleicht habe ich auch deshalb ein paar Stammleser.

Kommentare und Diskussionen

Da mir meine Leser sehr wichtig sind, nehme ich auch jede Interaktion wichtig. Daher ist es für mich selbstverständlich auf Kommentare zu antworten. Und selbige möglichst einfach zu gestalten. Ich versuche Captchas zu vermeiden und mache einen möglichen Kommentar sehr einfach. Zudem achte ich auf höflichen und netten Umgangston. Kritik ist hier ebenso willkommen, nur Beleidigungen werden gelöscht. Der Blog hier ist Do-Follow, wenn eine gewisse Menge an Kommentaren geschrieben wurde. Keine Sorge, die Schwelle ist nicht zu hoch, aber hoch genug für einmalige Kommentare die nur Werbung für eine Webseite hinterlassen.

Auch gehe ich auf Anfragen über Mail und Facebook ein und versuche auch immer zeitnah zu reagieren (innerhalb von 2 Tagen oder so). Wenn jemand ein Problem hat, versuche ich zu helfen.

Wie bindet das Leser? Oh – täuscht Euch nicht. Ich bin bei einigen Blogs nur stiller Leser oder schaue nur bei Gelegenheit rein, weil ich hier einfach „ignoriert“ werde. Das macht keinen Spaß und so werde ich nicht zum Stammleser und schon gleich gar nicht an den Blog gebunden. Denn es geht hier auch um die Emotionale Bindung, die nicht unterschätzt werden darf. Denn als Leser fühle ich mich ggfs. auch bei einem schlechter geschriebenen Blog viel wohler, wenn ich dort mit eingebunden werde, als bei dem fachlich arroganten Blog, der nicht mit mir kommuniziert.

Tutorials und Hilfen

Hatte ich oben schon kurz erwähnt, doch man kann Fragen oder Probleme auch immer gut aufnehmen und dabei gleich einen tollen Blogbeitrag schreiben. Gut, dieser macht viel Arbeit, doch wenn man sich damit einmal etabliert hat, bringt dieser auch wieder Leser, die Stammleser werden können, wenn so etwas immer wieder mal erscheint. (*hust* am regelmäßigen darf ich noch arbeiten).

Dies gilt für Tutorials im fachlichen (technischen) Sinn, Anleitungen (egal was, basteln, Handarbeit, Fotografieren, etc), Rezepte oder einfach Fragen, die irgendwo mal aufgetaucht sind, und fachlich beantwortet werden können.

Dabei bedeutet fachlich, dass man sich soweit auskennt, dass man hier helfen kann und keinen Schmarrn verzapft. Dabei muss man weder irgendetwas studiert oder eine Ausbildung gemacht haben, es gibt auch viele sehr gute Autodidakten.

Wer regelmäßig (jajaja) so etwas postet, wird sich hier eine gute Stammleserschaft aufbauen können. Und sich auch einen guten Ruf erarbeiten, der wiederum woanders auch noch nützlich sein kann.

Gewinnspiele und Aktionen

Dies ist eine einfache und sehr beliebte Möglichkeit sich Leser an den Blog zu binden. Gerade bei den Buchbloggern locken Challenges, die über mindestens ein halbes Jahr gehen und dort regelmäßig auch Aktualisierungen stattfinden. So sind zumindest alle möglichen Teilnehmer an den Blog erst mal gebunden. Dies kann schon eine Menge ausmachen und eine interessant gestaltete Challenge kann auch die Reichweite erhöhen. Dabei muss es gar nicht immer um einen Gewinn gehen, sondern es soll in erster Linie Spaß bringen.

Wichtig ist hier aber, dass der Blog über den geplanten Zeitraum bestehen bleibt, sonst ist man schnell ein gebranntes Kind und auch wichtig ist, dass man sich um die Challenge kümmert und dort regelmäßig dazu postet.

Gewinnspiele funktionieren ähnlich aber kurzfristiger. Manche veranstalten monatlich ein kleines Gewinnspiel, manche machen einige größere Gewinnspiele im Jahr. Klar erhöhen solche Aktionen die Reichweite und ziehen neue Leser an.

Jedoch konnte ich bei einem Blog beobachten, dass vielleicht auch so Publikum angezogen wird, welches ausschließlich auf die Gewinne fixiert ist und wenn diese mal ausbleiben oder der Blog aus irgendeinem Grund ruhen muss, dass dann gleich nicht nur die Leser verschwinden, sondern auch die Blogbetreiberin angegriffen wurde. Dies ist der Grund, warum ich gerade bei der Möglichkeit angefangen haben, drüber nachzudenken, wen und was ich mir dadurch als Leser an den Blog binde.

Mein momentaner Stand: Gewinnspiele ja, auch als Belohnung für meine Leser. Einfache Bedingungen weiterhin und  keine zu wertvollen Gewinne und die Gewinne müssen zu meinen Lesern passen. Also wird es in meinem Buchblog weiterhin Bücher zu Gewinnen geben 

weitere Aktionen  gibt es auch, wie etwa den Adventskalender, den ich hier plane. Oder mein Buchwichteln. Gerade letzeres geht ja nun schon in die 3. Runde und nicht nur, dass es von Jahr zu Jahr größer wird, nein ich habe dadurch nicht nur meine Reichweite erhöht, sondern auch ein paar Leser an den Blog gebunden. Ganz einfach, weil ich dadurch die Möglichkeit bekommen habe, durch meine Inhalte zu überzeugen.

Womit sich nun endlich der Kreis wieder schließt.

Weitere Meinungen

7 Tipps Stammleser zu gewinnen  (Die Überschrift klingt auf jeden Fall besser, als meine)

Klick-it.de – Mit Infografik (Klasse und ich biete nur Buchstabensalat )

Bloggerneulinge denken noch anders  – wie man hier gut sehen kann – ist vielleicht auch mal eine Überprüfung wert.

 

19 thoughts on “Kann man Leser an den Blog binden?

  1. Hey Melanie, dein Buchstabensalat enthält viele, wichtige Informationen, wie man seine Leserschaft binden kann. Ein Punkt sind eben auch Grafiken, da es einfach unterschiedliche Menschen gibt ;-)

  2. Auch Dir vielen Dank für die Teilnahme. Ich glaube, Du bist auf einem guten Weg :-) Vor allem, wenn die Kommunikation mit den Lesern klappt. Die „Aktionen“ finde ich auch gut – so kommen Leute einfach gerne wieder.
    Dir viel Erfolg weiterhin
    Gruß, Martin

    1. Hallo Martin,
      das ging gerade runter wie Öl. Danke!
      Bei den Aktionen bin ich schon total neugierig, wie sie sich dieses Jahr entwickeln. Der Adventkalender klingt bis jetzt sehr spannend und gut und Buchwichteln schlägt mal wieder alle Rekorde
      Da macht das Teilnehmen mindestens genauso viel Spaß, wie nachher dann das lesen

      1. Adventskalender, Wichteln, … Interessant, dass in „personalisierten Mischblogs“ die funktionierenden und guten Ideen und Konzepte diejenigen sind, die aus der „realen“ Welt kommen, oder? Da gibt es sicherlich noch vielen, was noch gar nicht versucht wurde…
        Schönes Wochenende :-)
        Martin

        1. Ich glaub das kommt daher, weil die Betreiber wohl noch richtig in der realen Welt verankert sind und diese immer mit in die Tätigkeiten im Blog einfließen. Während reine Webworker besser trennen können zwischen Netz und Real-Life. Meine Meinung und da gibt es noch viel, was man machen kann und im Netz ganz eigene Reize entwickeln wird.

  3. Deine Ansicht, dass das Beantworten von kommentaren durch den Blogger gut für die Leserbindung ist, teile ich vollauf. Ich kommentiere ja sehr gerne und bin immer gespannt auf Antworten. Wenn die dann konsequent ausbleiben, bleibe ich dort auch bald weg.

  4. Hmm… als ich nehme mich selbst immer als „Standardsurfer“ und ich muss sagen, dass mich wenige Blogs zur Zeit an sich binden. Eigentlich sind es nur 3: Ein Sparblog, ein Blog über lokale Nachrifhten und ein Jobblog.

    1. Also als Standardsurfer würde ich Dich nicht bezeichnen, denn keinen der genannten Blogs lese ich überhaupt. Wusste noch nicht mal, dass es einen Jobblog gibt. Lokale Nachrichten gibt es hier nicht als Blog und Sparblog interessiert mich z.B. gar nicht.
      Daher – jeder ist anders und jeder liest anders

  5. Hallo Mella,
    ein sehr schöner Artikel mi dem ich mit meinen Einstellungen weitestgehend übereinstimme.
    Zum Punkt Gewinnspiele kann ich nur sagen, das nur wenige „normale“ Leser daran teilnehmen aber dafür umso mehr „gewinnfixierte“ Kommentatoren.
    Wenn von 100 Teilnehmern 2 Dein Blog regelmäßiger aufsuchen, ist schon viel erreicht.

    Zum Thema Newsletter:

    Ich bin am Überlegen, ob ich einen Newsletter einsetze.
    Wenn ich daran denke, mit welcher Paranoia auf dem Begriff “Newsletter“ und “Abo” reagiert wird, lasse ich es lieber sein. Denn wenn ich frage: „Wer möchte in meinen Newsletter?“ wird sich bestimmt niemand melden.
    Ich persönlich finde es eine schöne Idee und würde mich freuen, wenn sich jemand für ein Newsletter zu meinem Blog interessieren würde. Nur wie bekomme ich das heraus ohne gleich meine Leser abzuschrecken? Warum Abschrecken?
    Es kann passieren das Leute meinen Blog nicht mehr lesen möchten, weil sie den verqueren Gedanken verfolgen, ich würde sie übers Ohr hauen wollen (finanzielle Wünsche). Oder sie gehen davon aus, das Newsletter täglich kommen, auch wenn ich das separat angebe, dass ich es nicht tue (Ja, so etwas gibt es sehr oft).
    Es gibt auch die Vorwürfe, dass ich mir einen “unlauteren” Vorteil beim Suchmaschinenranking verschaffen möchte (Mehr Traffic, besseres Ranking als einfache unsinnige Formel – auch dieses Argument musste ich zu hören bekommen).
    Selbst wenn. Natürlich möchte ich im Netz gefunden werden aber ich möchte auch meinen Lesern einen Mehrwert bieten, damit sie auf meinem Blog weiterhin kommentieren und mich somit motivieren mit dem Blog weiter zu machen.
    Deshalb nur eine Frage:
    Was kann ich meinen Lesern (aus meinem Blog) anbieten, damit sie sich auf den einmaligen Newsletter im Monat freuen können?
    LG Timm

    1. Einmal habe ich ja Erfahrungen mit Newsletter gesammelt und zwar bei den Wichtel-Infos. Das war ein einmaliger „Newsletter“ wenn es wieder mit dem Buchwichteln losgeht. Viele haben dies auch gleich mit der Anmeldung verwechselt.
      So gesehen war dies recht praktisch und hatte eine klare Zielgruppe, die Interesse hätte.
      Aber wie gesagt beim Blog selbst wüsste ich nicht, was ich reinschreiben sollte. Jeder der halbwegs Interesse hat, verfolgt meinen Blog eh entweder über Feed, Facebook, Networked Blogs, in seinen Favoriten oder irgendwie anders.

      Da nochmals monatlich melden und schreiben, ich hab was auf meinem Blog veröffentlicht? Ich weiß nicht, würde ich weder sinnvoll noch gut finden und mich auch nicht ansprechen.
      Wenn dann müsste man Mehrwert bieten, so wie Peer, der in seinem Newsletter exklusive Tipps veröffentlicht. Macht Perun auch so.
      Aber sonst sehe ich das Ganze eher Kritisch.

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