Kinder

Machtkämpfe

Zur Zeit probiert es der Kleine wieder massiv. Wie weit kann er gehen, wie lange hält die Mama durch. Schlimm.

Wenn man ihm einmal was sagt, ist es so als ob man gar nichts gesagt hätte. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um unwichtige oder wichtige Dinge handelt. Auch im Straßenverkehr ist es noch lange nicht sicher, dass er sich an Aufforderungen hält. Einfach nur um zu schauen, wie weit er gehen kann.

Genervt war ich vor allem am Freitag. Wie manche vielleicht von Euch gelesen haben, haben wir am Wochenende unser Esszimmer und Wohnzimmer gestrichen. Am Freitag habe ich deshalb bereits angefangen alle Bücher etc zu verräumen. Auch das Aquarium wurde wieder sauber gemacht. Der Kleine sollte für die Ergo eine Geschichte aufschreiben. Dabei nach Regeln vorgehen. Ich war also immer anwesend und auch geistig für ihn da (Bücher schleppen erfordert nicht viel Gehirn).

Doch weit gefehlt. Obwohl er in der Ganztagesklasse auch Hausaufgaben machen muss, zwar nicht viel und meist nur mündlich, war es nun wieder ein besonderer Kampf. Ich habe mich dann dazugesetzt. Auch dann noch hat der Herr jede Arbeit verweigert. Alles schimpfen, betteln und bitten hat nichts geholfen. Bestechungen wurden nicht angenommen. Bis ich ihm dann angedroht habe, dass es für mich kein Problem ist an die Ergo zu schreiben, dass nach einer Stunde ergebnislosen Wartens, er immer noch nicht in der Lage war, den ersten (!) Satz zu formulieren.

Erst als mir dann wirklich der Kragen geplatzt ist und ich ihm gesagt habe, dass er gerne bis Mitternacht daran sitzen kann, ich aber noch andere Dinge zu erledigen hätte, außer ihm eine Stunde lang beim Nichtstun zuzuschauen, erst dann hat er angefangen die Aufgabe zu erledigen und

alle Wörter klein geschrieben.

Er durfte natürlich den Satz wiederholen, denn es soll ja die Rechtschreibung geübt werden.

Er hat dann für die restlichen 5 Sätze noch etwa 15 Minuten gebraucht.

Nun meine Frage, warum.

Warum nur muss er jedes mal wieder testen, wie weit er gehen darf, es hat sich nichts geändert. Auch beim Straßenverkehr ist blindes Überqueren der Straße immer noch gefährlich.

Das zerrt an den Nerven und kostet einfach nur Kraft. Man könnte die Zeit doch auch mit viel schöneren Dingen gemeinsam verbringen und es wäre für alle Beteiligten angenehmer, wenn ich nicht so viel schimpfen müsste. Da wünscht man sich manchmal einfach mehr Geld und Platz um dann sich Hilfe zu holen, wie etwa ein AuPair die kann sich ja dann auch mal die Stunden hinsetzen und dem Kind beim Nichtstun zuschauen.

Ein Kommentar

  • Sylvia

    Ich kenne diese Kämpfe, es ist soooooo mühsam .

    Die Frage nach dem Warum ist recht einfach: Hausaufgaben sind schon für normgesteuerte Kinder lästig, für ADS’ler oft eine fast unüberwindliche Hürde. Es fehlt der Kick, das Interesse, also schlicht die Motivation, da verweigern solche Menschen leider.

    Wenn’s ganz schlimm ist, arbeiten wir mit kleinen, kurzen Belohnungsplänen, allerdings konnten (oder mußten – irgendwie muss man es ja überstehen *seufz*) wir das im Laufe vieler Jahre zusammen mit der Psychologin einüben.

    Trotzdem geht NICHTS „einfach so“, und wir haben die Pubertät noch vor uns *nichtdarandenkenmag*.

    Halte durch, nach fünf Tagen kommt immer das Wochenende *schiefgrins*.

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