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Das erste Mal

Bei uns gibt es zur Zeit wieder relativ viele erste Male. Das liegt auch an dem ersten Schnee in diesem Jahr.

Hier in Wasserburg, unten im Tal sozusagen, ist noch nicht viel von der weißen Pracht zu spüren, doch dort wo ich arbeite, ist alles weiß und teilweise war es am Parkplatz auch schon recht glatt. Ich bin ja froh, dass es schon wieder wegtaut und dass hier auch kein Schnee liegt, trotzdem wird es interessant mit den ersten Malen:

  • Kater Charlies erster Schnee.
  • erste Fahrt vom Kleinen im Schneetreiben mit dem Auto.
  • wenn die Kinder das erstes Mal parken in der Tiefgarage – ist nämlich nicht so ganz einfach
  • Charlies erstes Weihnachten – wir stellen sicherheitshalber keinen Christbaum auf – die zwei Katzen würden den wohl killen 😉
  • das erste Weihnachten mit beiden Freundinnen unserer Söhne
  • erstes Mal Rom besuchen

Viele der ersten Male, die auf uns zukommen, haben einfach auch mit der Lebenssituation zu tun. Charlie ist erst ein halbes Jahr alt und kann daher noch keinen Schnee kennen gelernt haben. Der Kleine hat seit September den Führerschein und daher noch keine Wintererfahrungen gesammelt, etc.

Dennoch finde ich es immer wieder aufregend, ein erstes Mal mitzuerleben. Im Laufe des Lebens kommen immer wieder neue erste Male hinzu. Nur meistens schenken wir ihnen nicht die Beachtung, die sie verdienen, obwohl sie immer ein besonderer Moment im Leben eines Menschen sind. Positiv, wie der erste Kuss, oder negativ, wie der erste Liebeskummer.

Doch warum schenken wir den ersten Malen außerhalb der Liebe so wenig Beachtung? Liegt es daran, dass hier weniger Emotionen im Spiel sind? In gewisser Weise sicherlich, aber nicht nur. Wer kann sich nicht an die Erleichterung erinnern, wenn er heil zu Hause angekommen ist, wenn die Fahrt gerade mal wieder absolut anstrengend war. Wer kann sich nicht an den Stolz erinnern, endlich etwas erreicht oder geschafft zu haben? Oder vom ersten Eindruck überwältigt worden zu sein.

Vielleicht liegt es daran, dass jeder von uns den ersten Kuss erlebt hat, aber ansonsten jeder andere Erfahrungen gemacht hat, was das andere Betrifft. Der eine ist überwältigt von den Bergen, während der, der in den Bergen aufgewachsen ist, eher vom Meer überwältigt sein. wird. Der, der auf dem Land aufgewachsen ist, wird eher von der Stadt überwältigt sein, während das Stadtkind eher die Natur erstaunen wird.

Oft sind es auch die kleinen Momente, die das erste Mal ausmachen werden. Wenn ein Katzenkind den ersten Schnee erlebt. Wenn man zum ersten Mal etwas schafft, was andere schon viele Jahre tun. Dann ist das für einen selbst ein schöner Moment, für andere vielleicht ein alter Hut. So freut man sich kurz leise, schätzt aber das eigene Erreichte dadurch vielleicht nicht richtig.

Auch wenn man es danach vielleicht noch viele tausende Male machen wird. Der erste Schritt bleibt doch etwas Besonderes. Und das sollten wir nie vergessen.

2 Kommentare

  • Iris

    Hallo Mella,

    ewig ist es her, seit ich mal bei dir gelesen habe und ich freue mich, jetzt mal wieder auf deinem Blog zu sein zum Kommentieren. Wieviel Zeit vergangen ist, zeigen mir v.a. die Aussagen über deine richtig großen Kinder. Da merkt man immer, wie die Zeit vergeht und ich finde es toll, dass du dein neues Leben in diesem Zusammenhang magst. Erwachsene Kinder habe ich ja auch und schätze es sehr.

    Wie schnell die Zeit vergeht, merkt man auch, wenn aus einem ersten Mal ein soundsovieltes wiederholtes Mal wird. Erste Male sind aber immer toll und was Besonderes, denn sie haben so viel Zukunft in sich. In letzter Zeit denke ich aber auch ab und zu an diverse (vielleicht) letzte Male. Das ist dann schon weniger hoffnungsvoll, zumal man meistens erst in der Rückschau merkt, dass es wohl ein letztes Mal gewesen ist. Aber auch in solchen Lebensphasen bleiben erste Male nicht aus und ich finde es gut, ihnen ganz viel Aufmerksamkeit zu schenken.

    LG Iris

    • Mella

      Hallo Iris,
      schön, dass Du wieder mal hier gelandet bist 🙂
      Ja, die ersten Male lassen immer auf Zukunft hoffen. Jedoch gibt es in jeder Lebensphase immer auch letzte Male, doch sie fallen uns erst jetzt im gesetzteren 😉 Alter vermehrt auf. Immer wenn eine Türe zu geht, dann geht woanders auch eine auf. Wenn man jung ist sieht man diese neuen Türen gleich – z.B. Kindergartentüre geht auf Grundschultüre öffnet sich. In unserem Alter sieht man die neuen Türen nicht immer sofort, wenn es ein letztes Mal gibt und so hat man nicht gleich wieder das neue erste Mal vor Augen. Und manchmal meinen wir, dass eine Türe sich für immer schließt, wie etwa beim Tot. Hier ist es dann besonders schwer ein neues erstes Mal zu sehen. Doch als Beispiel aus unserer Familie – bei einer Beerdigung wurde es der Cousine meines Mannes zu bunt, dass die Familie immer nur zu solchen Anlässen zusammen kommt und hat ein Familientreffen ins Leben gerufen. Es fand vor kurzem das erste Mal statt – und es wird hoffentlich noch viele davon geben.

      Ach ja – ich genieße es auch, erwachsene Kinder zu haben. 😀

      Grüße
      Melanie

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