Tiere

Wenn der Hund alt wird

Einige Hunde in meinem Umkreis haben nun ein recht hohes Alter erreicht. Genauer gesagt, beobachte ich es an 3 Hunden, mein Nachbarshund (Inka), unser Hund (Lucky) und mein ehemaliger Arbeitshund (Indy). Ich kenne alle Hunde nun seit einigen Jahren und man merkt einfach, wie sie nachlassen:

  • aufpassen – ist nicht mehr, oder nur sehr verzögert. Der Nachbarshund, der sonst immer gebellt hat – reagiert oft gar nicht mehr. Indy merkt auch oft gar nicht, wenn ich zu Besuch komme, allerdings ist er dann richtig aufgeregt, wenn er es dann mal merkt. Unser Hund genauso. Er wird gerufen, er wird begrüßt und merkt nichts. Gar nichts. Bis irgendwann ein verlegenes Hundelächeln kommt – „Ach Du bist auch da?!“
  • Unser Hund entwickelt sich zu einem Auslaufmodell. Im wahrsten Sinne des Wortes. Im Körbchen finden wir schon länger immer wieder mal ein paar Tropfen. Doch es werden immer mehr. Gut, dass wir einen Garten haben.
  • Lucky pinkelt nicht mehr wie ein Mann. Nein Beinchen heben geht kaum noch, er lehnt sich oft nur noch vor. Sieht zwar witzig aus, aber man merkt, dass halt die Kraft nachlässt.
  • Lucky und Indy sind schnell k.O. Beide können nicht mehr so wie früher. War unser Hund doch immer ein Balljunkie, der einen stundenlang mit Ballspielen, laufen, rennen und co beschäftigen konnte, locker mal 15 km neben dem Fahrrad hergetrabt ist und danach noch joggen gehen wollte – dieser Hund gibt nach etwa 1 km schon langsam auf. Auch nach 3 mal Ball spielen legt er einem den Ball zu Füßen mit einem herzerweichenden Blick: Ich würde zwar gerne noch, aber kann nicht mehr. Dann lässt er sich einfach plumpsen und ruht aus.

Nein alt werden scheint keinen Spaß zu machen und ich merke an allen 3 Hunden, wie sie abbauen und nachlassen. Auch die Gehirnleistung lässt nach. Bei Lucky sehr stark, bei Indy auch. Wir gehen mittlerweile davon aus, dass wir ein falsches Alter genannt bekamen, als wir unseren Hund bekommen haben. Denn optisch kann man es bei ihm nicht feststellen. Die Schnauze ist eh weiß, seine Tatzen schon immer recht groß, die Zähne durch sein spielen mit Steinen bereits früh kaputt. Die Steine haben wir ihm zwar schnell abgewohnt, doch der Schaden war schon da. Jetzt, wo man sieht, wie er abbaut, jetzt kann man sein Alter mal 3 Jahre höher ansetzten.

Schon erstaunlich, wie man das Alter auch bei den Tieren merkt.

11 Kommentare

  • Iris

    Ja, das war bei unserer Maxi auch so: Sie wurde nach und nach ruhiger, alles dauerte länger, v.a. das Gassigehen. Sehr gemerkt haben wir es an ihrem Gehör und des Augen und daran, dass sie sich oft erschreckt hat, wenn man eher leise aufgetaucht ist. Zum Glück gab es am Ende kein langes Leiden, sondern nur ein Sich-Hinlegen und Einschlafen nach einem langsamen Spaziergang im Schnee.

  • Peggy

    Unser Elvis wird morgen auch Jahre, aber trotzdem er auch einige Alterserscheinungen hat, wie viele fehlende Zähne und hin und wieder ein Tröpfchen verlieren, macht er ansonsten seiner Rasse alle Ehre. Der Cairn Terrier wird so beschrieben, dass er agil bis ins hohe Alter ist und danach sehr schnell abbaut. Mit Leichtigkeit erreicht er 16 bis 17 Hundejahre. Da sein Vater, der auch bei uns gelebt hat, mit 8 Jahren in der Feldmark einfach tot umgefallen ist, muss Elvis das alles wieder rausholen und mindestens 29 Jahre alt werden. Alles darunter kann ich nicht aktzeptieren. Aber im Ernst: Mit wird ganz mulmig, wenn ich daran denke, dass mein Süßer schon 12 Jahre alt wird.

    • Melanie

      fehlende Zähne hat Lucky auch und ich habe gerade erfahren, dass es gegen die Tröpfchenbildung auf dem Fußboden ganz gute und recht günstige Tabletten gibt. Wenn es mehr werden, werden wir uns die holen.

      • Peggy

        Kannst Du mal Schleichwerbung machen und mir verraten, wie die heißten? Noch tropft er nur draußen manchmal nach, aber ist ja gut, wenn man schon Bescheid weiß. Wie alt ist Lucky denn???

  • Bella

    Und schon habe ich wieder Tränen in den Augen, auch wenn es bei meinem schon vier Jahre her ist.
    Wobei ich heute nicht weiß, was besser gewesen wäre: Eine kleine Vorwarnung, dass er eben alt wird, er war ja erst zwölf Jahre alt. Oder das was eben war: Topfit, dann Krank und eine Woche später musste ich ihn einschläfern lassen.

    Ich bin immer noch traurig, wenn ich daran denke.

    Aber ich hab mal was von Walter Scott zum Thema gelesen, das tröstet mich ein klitzeklein wenig:
    Ich habe des öfteren darüber nachgedacht, warum Hunde ein derart kurzes Leben haben,
    und bin zu dem Schluß gekommen, daß dies aus Mitleid mit der menschlichen Rasse geschieht;
    denn da wir bereits derart leiden, wenn wir einen Hund nach zehn oder zwölf Jahren verlieren,
    wie groß wäre der Schmerz, wenn sie doppelt so lange lebten?

    Wobei ich natürlich hoffe, dass du noch ganz lange Zeit mit Deinen Hunden hast.

    Schönen Tag noch,
    Bella

    • Peggy

      Ach Bella, bei meinem Jimmy ist es 9 Jahre her und ich werde immer noch ganz traurig, wenn ich daran denke. Er wäre dieses Jahr 17 Jahre alt geworden und das wäre das Alter, wo ich es hätte akzeptieren können, dass er geht. Aber mit 8 Jahren einfach umzufallen, dass war heavy. 🙁

  • Bella

    ist schon eine Weile her, bin aber gerade wieder über deinen Blog gestolpert … gibt es was neues vom Wunderhund Lucky (habe gerade die Geschichte mit den Schokoladenkuchen gelesen :-)) ? Ich hoffe, er ist weiterhin fit und hoffentlich hatte der Tierarzt einen guten Tipp für euch.
    @Peggy, ja so ging es mir ja auch. Mit dem Umfallen. Ich schaue mir immer wieder gerne Bilder von meinem Jerry an und denke an seine Eigenarten, Liebtaten aber auch kleinen Untaten.
    Viele Grüße,
    Bella

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