Gedanken

Es ist nicht alles Gold was glänzt

Gut, dass sollte mittlerweile fast allen bekannt sein. Doch ich finde es immer erschreckend, was uns die Medien, Werbung und Stimmungsmacher so vorsetzen. Wenn man nur ein kleines bisschen drüber nachdenkt, deckt man den Schwindel leicht auf. Doch das Erschreckenste daran ist ja, dass wir dazu zu faul geworden sind.

Ich nehme mich dabei nicht aus.

Fettarme Wurst – muss ich haben  in der Diät sowieso. Was da noch so alles drin ist? Lieber nicht genau schauen, sonst vergeht mir der Appetit. Die Alternative- normale Wurst, vielleicht sogar noch Bio?

Erstens zu fett und Zweitens – jetzt ist rausgekommen, dass Bio gar nicht soooo viel Besser ist. Gut beim Fleisch, zumindest im Ethischen Bereich, aber nicht von der Qualität. Und dafür den 3fachen Preis zu zahlen?

Zuletzt im Fernsehen gesehen – Biokartoffeln müssen sortiert werden. Zu kleine Kartoffeln raus, zu große raus, mit leichten Stellen raus. So kommen von 2 Kilo produzierten Kartoffeln nur ein Kilo in den Handel.

HALLLOOOOO ich bin ein mündiger Kunde. Ich will selbst entscheiden, welche Kartoffelgröße ich will! Menno – jetzt weiß ich, warum ich nie große Kartoffeln finde, die ich füllen könnte.

Ach- nee die Industrie entscheidet lieber für mich, auch was gesund ist.

Echt – denn nicht alles was uns als gesund suggeriert wird ist wirklich gesund. Thema irreführende Werbung. Schaut Euch nur mal die ganzen Kinderprodukte an. Urgs – gut dass meine das nie soo oft bekommen haben.

Noch eine Werbung, wo ich mir tierisch aufregen kann. „Wählen sie Ihren Kredit noch heute. Sie brauchen ihn zwar nicht unbedingt, aber ein neues Auto wär doch schön, oder der Urlaub“ – Ja klar, dann lebe ich über meine Verhältnisse, sparen kann ich und will ich nicht mehr und bin bald pleite und ihr pfändet alles und ich rutsche in soziale Loch ab. Gerne doch – denn ich war ja in der Karibik.

Boah, da geht mir der Hut hoch. Wie wäre es, sich seinen Urlaub erst mal zu erarbeiten. Frei nach dem Motto – erst die Arbeit dann das Vergnügen. So kann ich den doch viel mehr genießen. Nein ich war noch nicht in der Karibik, werde doch sicher dort mal hinkommen, wenn ich mir den Urlaub erspart habe, momentan gehen halt andere Sachen vor.

Zurück in den Supermarkt – Brot ist wieder fällig. Bäcker 2,95 € für 500 g Brot. Wenn meine Jungs der Hunger packt, ist das Ding locker an einem Tag weg. Im Supermarkt an diesen schönen Backtheken – schaut da mal auf die Zusatzstoffe. Wahnsinn, was da drin ist.

Ach Du weißt nicht, was da rein soll?

Nun Mehl, Wasser, Hefe, Salz. Sauerteig wird mit Mehl und Wasser angesetzt. Kann man erwähnen. Je nach Brotsorte sind vielleicht noch Körner drin. Aber der ganze andere Schmarrn? Wie Bindemittel und Co? Was hat das in meinem Brot zu suchen?

Ich backe wieder selbst. – Ist gar nicht so aufwendig. Es gibt Fertigsauerteig, den man auch selbst machen kann. Sauerteig kann man übrigens auch einfrieren, trocknen und so aufheben. Wenn ich mal Lust habe, setze ich selbst mal einen an und dokumentiere alles Schritt für Schritt, oder ihr schaut in das [amazon_link id=“3000176500″ target=“_blank“ ]Buch von Amelie Wagenstaller[/amazon_link] rein, die ist Müllerin und hat das ganz gut erklärt.

Auch so ein Thema – Handarbeit. Alte Tätigkeiten werden belächelt. Müller – macht doch heute die Großmühle. Selbst nähen stricken, kochen, backen – hast wohl zu viel Zeit?

Nein, aber es ist es mir wert. Denn in meinem Brot ist wirklich nur drin, was rein gehört. Auch in das was ich koche. Kein Pferdefleisch. Keine Zusatzstoffe unklarer Herkunft. Kein Fondor oder Glutamat, was meine Geschmacksnerven verwirrt. Nur das, was ich reintue und gesund ist und schmeckt.

Okay, okay, ich koche auch mal mit Schokolade, Zucker etc. Aber es sind immer noch bessere Zutaten, als Farbstoffe und sonstiger Kram.

Warum haben denn so viele Menschen Allergien?

Ach Du hast keine Zeit?

Weniger fernsehschauen? Okay, das war ein Klischee, doch auch wieder so ein Bereich, der uns suggeriert wird. Wir sollen dies sehen und das. Und ja nichts versäumen. Kritische Sendungen – nee lieber nicht – da könnten wir ja mit dem Elend unseres Lebens konfrontiert werden.

So wie scheins gestern. Kritischer Beitrag über Amazon. Ja, die anderen sind doch auch nicht besser. Was kann ich als Einzelner schon dran ändern?

Ich sag viel. Denn einer und noch einer und noch einer und….. das sind dann irgendwann viele. Nur die Einzelnen müssen halt mal anfangen.

Ich tue es in meinem bescheidenen Rahmen. Ich koche selbst und backe selbst. Ich schaue kritische Sendungen an (nicht alle) und nehme keinen Kredit auf, der nicht nötig ist. Mein Auto ist gebraucht aber dafür bezahlt. Mein Urlaub bescheiden, dafür in der heimischen Wirtschaft.

Ich achte auf gesunde Ernährung und glaube nicht alles, was die Werbung behauptet.

Immerhin die ersten Schritte sind gemacht und ich stelle fest, es werden mit der Zeit immer mehr Dinge, die ich ändere.

Und ihr?

Ach ja – im Artikel ist Ironie versteckt, wer sie nicht versteht, 

 

12 Kommentare

  • Iris

    Also, man kann sich natürlich über irreführende Werbung aufregen und sich selbstverständlich davon nicht hinters Licht führen lassen und z.B. vieles selber machen usw. Man kann sie auch einfach irgnorieren und sein eigenes Ding machen. Wer aber trotzdem auf den angepriesenen Quatsch reinfällt und z.B. auf Pump in den Urlaub fährt, nur weil es beworben wird, und dabei nicht merkt, dass er dann ja Schulden und ggf. entsprechende Probleme hat, der hat es meiner Meinung nach nicht besser verdient. Tut mir leid, kein Funken Mitleid, aber auch kein Grund, derartige Werbung zu verbieten oder so.

  • Susanne K

    Leider nein – denn wir sind alle Erwachsene Menschen – nur leider habe ich immer wieder beobachten müssen, dass viele Menschen die eigene Misere anderen ankreiden, weil „es hat mir ja keiner gesagt“ – „Ich habe das nicht gewusst“,
    Wobei ich eher zu den unkritischen Menschen gehöre, muss ich gestehen. Ich kaufe zwar nicht auf Pump oder so und muss auch nicht alle möglichen tollen Urlaubsländer bereisen, aber alles andere – nun gut, ich schaue viel fern, aber kaum noch das eigentliche Fernsehprogramm und auch bei kritischen Sendungen bin ich eher skeptisch – denn auch wenn etwas wirklich schlecht dargestellt wird kann es auch anders dargestellt werden – da lese ich mir lieber etwas über ein Thema an – sei es in Zeitungen oder im Internet.

    • Melanie

      Ja, ich muss auch immer aufpassen, dass ich hinterfrage. Wir sind es wohl noch so aus unserer Kindheit gewohnt – ständiges „Warum“ war bei uns nicht so drin – ist bei den heutigen Kindern anders.

  • Sandra

    Hallo Mella,
    auch ich gestehe, ab und an nicht die Verpackung eines Lebensmittels genau unter die Lupe zu nehmen. Für manche Inhaltsstoffe brauchte ich dann zusätzlich ein Lexikon (wer kennt schon alle Abkürzungen der Lebensmittelindustrie) Was mich rasend macht ist die Reklame für alle möglichen Smartphones, Tablets und Apps, fröhliche Menschen die tanzen und sich auch so gut verstehen. Man sollte meinen die Welt stünde still, wenn es solche Geräte nicht gäbe. Mal nicht zu erwähnen unter welchen Umständen die produziert werden und zu welchem Geld es uns wieder auf’s Auge gedrückt wir. Sicher könnte man Bibliotheken zu diesem Thema füllen. Gelten Dokumentationen als kritische Sendungen? Dann schaue ich die mittlerweile viel lieber als irgendetwas anderes.

    Liebe Grüße
    Sandra

    • Melanie

      Ja, Dokumentationen finde ich, gehört auch zu den kritischeren Sendungen.
      Die Handy-Werbung kann ich ganz gut ignorieren, aber Du hast schon recht.
      Momentan finde ich die Verarsche mit dem Pferdefleisch recht krass. Wir schreiben einfach nicht auf, was drin ist, sonst kauft es ja keiner. Urgs. Und wenn was drauf steht, kann man es nicht einschätzen. Beim Brot achte ich zumindest drauf, dass möglichst wenig Kauderwelsch beisteht, so dass hoffentlich nicht zu viel unerwähnter Schrott noch mit drin ist.

  • sabo

    Hach, mit dem Thema könnte ich auch stundenlang dienen. Ich halte mich selbst für recht kritisch, was nicht immer gut ankommt.
    Brot wird teils gekauft (an der Selbstbacktheke, weils da günstiger ist als beim Bäcker) oder selber gebacken (hab ja nicht umsonst nen Brotknecht) Zu Sauerteig hat es bei mir noch nicht gelangt, aber Herrmann hat schon eine Zeitlang bei uns gewohnt 😉
    Handarbeiten 🙂 Ein selbstgestrickter Pullover ist auch nicht preiswerter, und nicht sofort verfügbar. Aber es macht Spaß. Und wenn die Kids sich die Farben aussuchen dürfen, tragen sie ihn sogar noch lieber als gekaufte 🙂 Mir macht es auch noch Spaß.
    Werbung – hör mir auf … ich reg mich auch ständig auf. Sowohl über Smartphone-Werbung – sind wir jetzt alle zu blöd, uns mal einen kurzen Weg zu merken oder zu wissen, dass in Nudeln mit Tomatensauce vorwiegend Nudeln und Tomaten reingehören?
    Werbung für Lebensmittel – ich überlege grad, wann ich das letzte Mal eine Werbung für ein Lebensmittel gesehen hab, was nicht schon vorproduziert war. Okay, von Käse und Milch jetzt mal abgesehen. Aber es werden doch nur noch Convinience-Produkte angepriesen. Spart Zeit und ist lecker – ja, nee ist klar.
    Mir fällt dabei immer Holly Johnson „Americanos“ ein 😉 „They know how to advertise sell you anything at any price
    need it or not that’s what you got“ oder: „everything’s organized from crime to leisure time “ …. das hat der gute Mann beizeiten gut beobachtet.
    So, nu ist aber gut hier mit meinem Endloskommi 🙂
    LG, Sabo

    • Melanie

      Oh ja, ich glaube zu diesem Thema kann man echt Bücher füllen. Sauerteig ist gar nicht so schwer, man muss sich nur dran trauen.
      Brotknecht haben wir nicht (mehr), da wir alle möglichen schon aufgearbeitet hat. Ich nehme nun Muskelkraft und bilde mir ein gleichzeitig was für meine Arme zu tun.
      Schau Dir bei den Brotteken im Supermarkt echt mal die Zusatzstoffe an – da schüttelt es mich regelmäßig.
      Stimmt – unbehandelte Lebensmittel in der Werbung? Käse? Ist glaube ich noch das natürlichste, aber sonst…….
      Apfel, Obst….. nix

  • Oliver

    Eine ethischere Haltung kostet eben mehr Geld. Letztendlich kannst du als Verbraucher ja selbst bestimmen, was du nimmst und was du für richtig hälst. Aber eines ist klar: Die Betriebe können durch die ethischere Haltung ja nicht unentwegt Schulden machen, sondern müssen die Kosten irgendwie wieder umsetzen.

    • Melanie

      Auch wenn ich es selbst bestimmen könnte, dann ja. Aber wo soll ich nun an die großen Bio-Kartoffeln drankommen, wenn die nicht in den Handel gelangen?

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