Gedanken

Nachhaltigkeit

Ich wurde zuletzt gefragt, ob ich mich zu einer Studie zur Nachhaltigkeit beteiligen wollte. Nee, will ich nicht, denn gerade zu diesem Thema bin ich recht zwiespältig. Klar bin ich dafür unsere Umwelt zu schützen. Natürlich soll kein Regenwald weiter abgeholzt werden und die Meere nicht überfischt werden.

Doch wenn ich dann sehe, mit welchem Aufwand hier teilweise gearbeitet wird. Mit welchem Wahnwitz. Dann frage ich mich echt, ob die paar Fische das ganze zusätzliche Papier und die verlorenen Arbeitsplätze es auch wert sind.

Versteht mich nicht falsch, doch zuletzt habe ich einen Bericht über den Nilbarsch gesehen, der nun auch hier gezüchtet wird. Dieser soll dann statt den Meeresfischen gekauft werden. So ein Schwachsinn! Erstens schmecken die Viecher unterschiedlich. Zweitens kaufe ich Seefisch wegen dem höheren Jodgehalt, drittens gibt es auch einheimische Süßwasserfische, die sich einwandfrei bei uns züchten lassen. Wie etwa Forellen oder Karpfen. Da wird dann eine Monsterhalle hingestellt, mit Heizung und allem drum und dran. Was das an Energie verschlingt. Muss man hier wirklich einen afrikanischen Fisch züchten???

Nee nee.

Und Nachhaltigkeit. Klar ist der Regenwald wichtig – doch fangen wir bitte auch mal direkt vor unserer Haustüre an. Warum bekommen Bauern nicht genug Geld für ihre Milch? Warum werden Tierrassen gezüchtet, die zusätzlich mit Eiweiß gefüttert werden müssen, weil ihnen das normale Gras nicht reicht? Warum werden die Wiesen überdüngt, dass die wichtigen Kräuter darauf aussterben?

Ja im Ernst warum. Das wäre doch auch eine Nachhaltigkeit. Ein Bauer hat mal erzählt, dass er als er auf BIO umgestiegen ist und seine Wiesen wieder normal mit Kräutern wachsen lies, seine Kühe sich oft genau die Kräuter gesucht haben, die sie aktuell brauchten. Sprich der Tierarzt war viel weniger häufig da.

Warum brauchen wir eigentlich „Hochleistungskühe“ Warum müssen männliche Küken getötet werden? Nur weil die Legehuhnrassen nicht genug Fleisch ansetzen????

Also Bitte. Nachhaltigkeit ist gut und wichtig. Doch Familien haben meistens nicht den finanziellen Background sich nur Bio zu ernähren. Auch fehlen mir die Möglichkeiten. Ja woher soll ich denn wissen, wie wirklich gewirtschaftet wird?

Ja genau – ich habe auch kein Vertrauen in die Herstellung. Denn wenn die „faire“ Bauernmilch den gleichen Abfüller zeigt, wie die konventionelle Bauernmilch, woher soll ich dann als Konsument sicher sein, dass das Geld auch wirklich beim Bauern landet?

Früher war es einfacher. Milchkanne eingepackt, auf zum Bauern und die frische Milch geholt. Zuhause noch abgekocht und gut war. Aber heute – da ist das verboten.

Nun ja

Nachhaltigkeit in allen Ehren, aber bitte für Konsumenten nachvollziehbar und klar ersichtlich. Und nicht nur im kleinen Bereich, sondern das ganze Produkt. Ein paar Cent mehr sind dafür sicherlich in Ordnung. Wenn man sicher sein kann dass…..

Aber auch bitte keine utopischen Preise. Auch wenn es das Wert wäre. Klar. Aber es muss nicht das klassische Biofleisch sein, sondern könnte genauso gut von einem Tier kommen, welches ein artgerechtes Leben hatte, auch wenn es selbst nicht nur mit Bio gefüttert wurde. Das wäre doch auch wichtig und ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein Schwein will nicht 10 Monate nur an einem Fleck stehen, nur weil ein paar Ferkel rumwuseln. Das ist kein schweinegerechtes Leben.

Ach, da könnte ich mich aufregen – will aber selbst auch nicht ganz auf Fleisch verzichten, wüsste aber auch nicht, wo ich ansatzweise ein normales Fleisch herbekomme, ohne gleich auf Bio umsteigen zu müssen. Denn auch bei Bio ist nicht alles Gold was glänzt……

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