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In Auschwitzt wurde niemand vergast

Ich möchte Euch ein sehr gutes und meines Erachtens auch wichtiges Buch vorstellen. Und zwar: [aartikel]3860722751:right[/aartikel]

„In Auschwitz wurde niemand vergast“ – 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt von Markus Tiedemann

Wie bereits zuletzt geschrieben (ups, schon länger her *peinlich*), finde ich es erschreckend, was unsere Jugendlichen/Kinder/Teenager mitbekommen, bzw. sich über diese Zeit zusammenreimen.

Dann kommen noch ein paar Parolen dazu, die auf den ersten Blick logisch und richtig klingen. Dann noch ein paar Aussagen von alten Leuten, dass es ja gar nicht so schlimm gewesen wäre und wir immerhin dadurch die Autobahnen erhalten hätten etc.

Und schon haben wir das Ergebnis von verunsicherten und den rechten Parolen zugeneigten Kindern.

Wir hatten ja das Glück an eine gute Bibliothekarin zu geraten, die uns eben auch jenes Buch in die Hand gedrückt hat. Hier werden die liebsten Parolen sachlich und klar wiederlegt. Es wird nichts beschönigt, aber auch nichts verschwiegen. Der Autor beruft sich auf Zeitzeugen und deren Dokumente und nennt auch die Quellen woher sie kommen.

Das Buch ist klar untergliedert:

1. Zur Person Hitlers

2. NSDAP und Staat

3. Wehrmacht

4. Kriegsgegner

5. Euthanasie

6. Holocaust

7. Erfundenes Beweismaterial

8. Professioneller Revisionismus (wie Bauart von Gaskammern etc)

9. Deutsche Bevölkerung (Argumentationslinie „Das Volk wurde zum Gehorsam gezwungen“ und „Das Volk war unwissend und getäuschtes Opfer“)

Hinweis: das Buch ist bereits älter und dient in meinen Augen eher als Aufklärung, aber dafür wollte ich es ja haben.

Wie ich ja schon gesagt hatte, fand ich es erschreckend, dass mein Kind einige dieser Parolen bereits gekannt hatte. Und leider muss ich auch zugeben, dass ich einigen dieser Parolen aufgesessen bin. Geprägt durch Eltern, die beide den Krieg und die Zeit kannten und mitgemacht haben. Zwar waren sie damals noch Kinder, doch gerade dass das Volk nichts davon wusste, war ein gutes Argument meines Vaters und meine Mutter hat eher die Gewalt kennen gelernt.

Das dem nicht so war – tja, das ist erschreckend und deshalb für uns nachfolgende Generationen um so wichtiger, dass wir aus dieser Zeit lernen.

Ach ihr wollt ein Beispiel? „Die deutsche Bevölkerung wusste nicht auf wen sie sich da einläßt. Sie konnte nicht wissen, dass Hitler den Krieg, die Diktatur und die Vernichtung der Juden wollte“ Diese These wird unter anderem mit einem Zeitungsausschnitt vom 2. August 1932 von „Vorwärts“ Berliner Volksblatt – der Zeitung von der SPD widerlegt. Diese hatte die Gefahr eindeutig in ihrem Wahlkampf angesprochen. Desweiteren wird Hitlers „Mein Kampf“ zitiert, in dem klar der Aufbau des nationalsozialistischen Staates beschrieben war. Weitere Dokumente folgten….

Okay, es war nicht einfach das unzusammenhängende Geplapper Hitlers zu verstehen, zumindest finde ich die abgedruckte Rede noch die Zeilen aus Mein Kampf irgendwie logisch, doch anscheinend wurde er aufgrund dessen gewählt und hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Demokratie als Mittel zum Zweck sieht.

Heute gehen Politker subtiler vor, doch sehe ich nun ein paar erschreckende Parallelen…

Dieses Buch ist also absolut empfehlenswert und auch wenn man kein Historiker ist, schadet es nicht mal durchzublättern. Wir sollten wirklich aus den Fehlern lernen und dafür sorgen, dass es nie wieder soweit kommt. Leider kommen viele dieser Thesen bei zu vielen Menschen an und deshalb sollten wir hier dringend Einhalt gebieten.

Und eines habe ich durch dieses Buch eindeutig gelernt. Nicht nur die Neonazis sind unsere „Feinde“. Nein jeder der mit den Ängsten der Menschen spielt ist in meinen Augen genauso gefährlich und dazu gehört auch die extreme Politik der Linken, (ich meine nicht die Partei „die Linke“ sonder die Extrempolitik aus dieser Richtung)  die auch viel Angst schürt. Ja, ich lehne mich mit dieser These weit aus dem Fenster, doch damals wurde auch mit den wirtschaftlichen Ängsten und Sorgen gespielt, genauso wie jetzt beim Thema Hartz IV. Bitte lasst es nicht so weit kommen.

Anmerkung.

Die Partei “ Die Linke“ hat für Texte einen unglücklichen Namen gewählt. Ich meine die Linke nicht direkt, sondern als Gegenpol zu den „Rechten“, sie ja auch neben den Republikanern auch solche noch nicht verbotenen Parteien wie die NSD erfasst. ….. Also bitte als Politische Extrem-Richtung zu sehen.

4 Kommentare

    • Mella

      Das Buch heißt wirklich so und ich habe beim Titel auch dreimal überlegt, ob ich den jetzt so übernehmen soll oder nicht.

      Doch genau diese Lügen werden unseren Kindern auf dem Pausenhof erzählt. Deshalb: JA, denn das darf so nicht sein und weiterverbreitet werden.

  • Susan

    Dummerweise lesen solche Leute, die es nötig hätten, so etwas gar nicht.

    Ich finde es aber sehr sehr schwierig, über die Situation damals zu urteilen, denn ich weiß nicht, wie ich mich aus Angst selber verhalten hätte, ob ich da nicht selber die Scheuklappen aufgesetzt hätte?
    Aber es klingt nach einem Buch, das lesenswert erscheint.

    Und es wird tatsächlich auf dem Pausenhof erzählt? Ich finde das erschreckend! (Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, daß wir schon ab der 7. Klasse über das Treiben der Nazis umfassend informiert wurden. Was aber daran liegen mag, daß der Namenspatron unserer Schule damals selber unter den Nazis gelitten hat.)

    • Mella

      In unserer Gegend hatten die Nazis keinen zu großen Schaden angerichtet und daher wird das Thema sehr gerne totgeschwiegen. In der Schule selbst kommt es erst in den höheren Klassen zu tragen, doch leider kursieren die falschen Gerüchte schon vorher.

      Im Buch wird auch auf das Thema Mitläufer eingegangen, daher ist es auch deshalb sehr interessant.

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