ADHS,  Kinder

Das richtige Arbeitsklima

Ich kann mich nicht richtig konzentrieren, wenn Musik im Hintergrund mit normaler Lautstärke läuft. Dann schaffe ich einfach keinen vernünftigen Text und die Rechtschreibfehler nehmen zu.

Bei einfachen Arbeiten ist mir die Musik egal, doch dann wenn es um Konzentration geht – dann störrt sie nur.

Jetzt habe ich das Glück und kann von zu Hause aus Arbeiten. Die Kinder sind vormittags in der Schule und die Katze und der Hund sind nicht besonders laut – nämlich gar nicht. So kann ich die schwierigen Arbeiten mir entsprechend einteilen und am Nachmittag kann ich dann Sachen machen, die mich nicht so fordern.

Ich gehe mal davon aus, dass es vielen Leuten so geht wie mir.

Im Büro hat man auch mal ruhige Zeiten oder man teilt sie die Arbeitszeit – wenn möglich – so ein, dass man diese Arbeiten macht, wenn noch nicht allzuviele Kollegen und Kunden da sind. Doch wenn dies nicht geht????

Auch bei Schülern geht dies nicht.

Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Schüler in der Schule nicht ihre volle Leistung erbringen können, da sie nicht die notwendige Ruhe haben. Die kann wohl noch am ehesten zu Hause dargestellt werden.

Bei uns muss es auch während der Hausaufgaben sehr ruhig sein. Auch, da sich der Kleine sonst zu sehr ablenken lässt. Deswegen rumple ich auch mit dem Großen regelmäßig zusammen, der, da er oft schneller ist, dann meint bei uns Gitarre spielen zu müssen, aus der Schule erzählt etc.

Früher hatte ich die „Konzentrationsprobleme“ nicht so sehr wie heute. Dies mag auch daran liegen, dass ich nun andere Tätigkeiten ausübe als früher. Ich schreibe nun viel mehr Texte (wie fast jeden Tag in diesem Blog) und ich programmiere meine HTML-Seiten alle selbst. Da eine Klammer vergessen oder ein Semikolon, schon funktioniert das ganze Konstrukt oft nicht mehr. Da ist es einfacher konzentriert zu arbeiten, als später den Fehler mühsam zu suchen.

Aber ich bin auch nun die Ruhe gewohnt. Vielleicht fällt es mir dadurch auch schwerer bei Musik oder mit Kindern nebenbei zu arbeiten.

Kann man das trainieren?

Ich glaube schon, denn sonst könnte in Großraumbüros oder in Schulen keine wirklich vernünftige Arbeit abgeliefert werden.

Beim Kleinen sind wir mit dem Hausaufgabentraining nun, glaube ich, so weit, dass wir im Hintergrund leise Musik laufen lassen könnten. Dazu werde ich erst normale CDs ganz leise laufen lassen. So hoffe ich, dass er sich an leichte Hintergrundgeräusche gewöhnen wird. In einer Klasse ist es ja auch nicht immer leise.

Wenn wir dann irgendwann beim Radio in Zimmerlautstärke angekommen sind, haben wir den Gipfel des Berges erreicht und der Kleine hat gelernt, zu filtern, was wichtig und was unwichtig ist. Doch bis dahin ist es für ihn noch ein sehr steiniger und langer Weg, denn bei ADHS ist dieser natürliche Filter verlorgen gegangen.

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