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Motorik – Bewegung, die erlernt werden muss oder nicht?

Ich habe zuletzt eine Email von einem Erwachsenen bekommen, der auch als Kind Ergotherapie hatte und nun trotzdem noch Probleme mit der Stifthaltung hat.

Diese Email hat mich in der Annahme bestätigt, dass erlernte Bewegungsabläufe anscheinend immer wieder trainiert werden müssen, wahrscheinlich das ganze Leben lang. So hat mich der Kleine zuletzt gefragt, wie das kleine k nochmal geht.

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Das hat er doch schon soooooo oft geschrieben und braucht es doch täglich. Doch anscheinend sind manche Bewegungsabläufe oder Buchstaben einfach nicht vernünftig im Gehirn abgespeichert und für ihn anscheinend jedesmal mühselig zum Abrufen.

Das kann man sich als „Normalo“ gar nicht vorstellen. Ich muss nicht nachdenken, wie das k oder q oder sonstige Buchstaben gehen. Nur dann, wenn ich meine Schreibschrift schreiben zu müssen, muss ich kurz nachdenken, aber auch dann geht es voll automatisch.

Doch dem Kleinen geht es mit anderen Bewegungsabläufen genauso schlecht. So hat sich seine Schrift irrsinnig verschlechtert, seit er keine Ergo mehr hat und auch bei der Stifthaltung kann ich mir den Mund fusselig reden. Jedes mal erwische ich ihn, wie der den Stift wieder falsch hält. So schafft er es mittlerweile auch Griffmulden gekonnt zu übersehen und notfalls den Stift direkt an der Mine anzufassen. Wenn man ihn dann erinnert – Ach ja, da war doch was.

Was mir dabei allerdings auffällt, die Problematik tritt hauptsächlich bei der Feinmotorik auf. Radfahren verlernt man nicht – trifft auch auf den Kleinen zu. Aber warum ist das bei der Feinmotorik nicht so?

Unsere Logopädin hat mal erwähnt, dass die Feinmotorik und die Fingerfertigkeit ganz nah am Sprachzentrum liegen. Deshalb haben die Kinder oft in beiden Bereichen Probleme. Die Mundmotorik gehört auch zur Feinmotorik und diese kann man sehr schlecht trainieren.

Gilt das nun auch für die Stifthaltung? Sie lässt sich erlernen aber nicht trainieren? Und wenn man nicht ständig dabeibleibt ist alles wieder weg?

Scheint anscheinend der Fall zu sein, oder wie soll ich sonst die Email und das Verhalten vom Kleinen verstehen?

Da werde ich wohl mir Fingerübungen zeigen lassen und mit ihm Schwungübungen machen, wie in der Vorschule. Doch anscheinend braucht er es.

Auch eine Art von Sport.

Da fällt mir auf, ich habe auch sehr wenig Kraft in den Fingern. Ja genau in den Fingern. So fällt es mir schwer manche Dinge wie etwa eine Zuckerzange oder die Klammern für die Gewichte bei Bodypump gut zu bedienen. Jedoch sind meine Finger recht beweglich und meine Feinmotorik im Groben und Ganzen einigermaßen gut.

Aber für Hände gibt es eigentlich keine vernünftige „Gymnastik“ außer diesen Handbällen. Die sind bestimmt nicht schlecht für die Fingerkraft, doch ob die auch etwas für die Beweglichkeit bringen? Ich bin ja ein gutes Beispiel dafür, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat.

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