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Ist Religion in der Schule noch zeitgemäß?

In unserer Grundschule sind die Hälfte der Kinder aus der Klasse meines Kleinen ausländischer Abstammung. Zumeist türkisch.

Ich möchte keineswegs die Immigration so weit treiben, dass sich auch die Religion anpassen muss, wenn nach Deutschland eingewandert wird, doch genau das wird meiner Meinung nach in der Schule praktiziert.

So wurde gestern ein Krippenspiel aufgeführt. Zu Weihnachten. Es war zwar recht nett gemacht, doch mussten auch die andersgläubigen Kinder mitwirken.

Ist das wirklich in Ordnung? Müssen diese sich wirlich den religiösen Traditionen unterwerfen? Nur weil sie in Deutschland leben?

Die Türken hatten vor einiger Zeit auch einen hohen religiösen Feiertag. An diesem Tag durften die türkischen Kinder alle zu Hause bleiben. Die deutschen Kinder hatten ganz normal Schule.

Ich fand dieses Vorgehen genauso wenig richtig, wie dass die andersgläubigen Kinder an Weihnachtsaufführungen mitwirken müssen. Okay, wir leben hier in Deutschland, und es ist sicher nicht verkehrt, wenn eine Weihnachtsfeier mit Plätzchen etc in der Schule bzw. Klasse gefeiert wird. Doch sollte sie eher einen Jahresabschlussfeier gleichen, denn diese ist für alle Religionen gültig. Auch ist es nicht verkehrt, wenn andersgläubige Kinder die Traditionen kennen lernen, aber doch bitte auf freiwilliger Basis und eher als Zuschauer, als als Mitwirkende.

Fazit:

Meiner Meinung nach hat die Religion in der Schule nur im Religionsunterricht etwas zu suchen. Gerade bei Schulen mit einem relativ hohen Ausländeranteil sollte man genau abwägen, in wie weit die Religion im normalen Unterricht eine Rolle spielen darf. Man sollte weder die eine Religion besonders hervorheben (auch wenn hier in Bayern der Großteil dieser Religion angehört), noch eine andere Religion diskriminieren. Aus diesem Grund fände ich es wirklich besser Religion aus dem normalen Unterricht herauszulösen. Deutsch und Mathe haben mit Weihnachten nunmal wenig zu tun, genaso wenig wie mit dem Ramadan.

5 Kommentare

  • Sylvia

    Genau diese Gedanken hatte ich gestern beim Krippenspiel auch.

    In Juniors Dorfgrundschule gibt es so gut wie keine Ausländer. Ein einziger Mitschüler in der Klasse ist Türke, und da er erstens einen relativ dunklen Teint hat und zweitens etwas älter und somit größer ist als viele Mitschüler (er hat eine Klasse wiederholt, und ich schwöre, es ist kein Intellligenz-, Sprach- oder Fleißproblem bei ihm), war er natürlich einer der Könige.

    Ich weiß nicht, ob ihn das gestört hat, vermutlich eher nicht, aber ich finde es unangebracht, dass alle Kinder zum Gottesdienst und zum Krippenspiel verpflichtet werden, ohne Rücksicht auf ihren Glauben.

    Vermutlich sind diesem Dorflehrergremium solche Gedanken vollkommen fremd, und auch im Dorf an sich ist die soziale und kirchliche Struktur sehr, sehr eng, da ist kein Platz für ketzerische Überlegungen. Und wenn, dann nur heimlich daheim 🙂

    • Mella

      Ja, das ist genau der Knackpunkt. Bei Euch gab es nur einen Weisen aus dem Morgenland – der wahrscheinlich auch damals schon ein „andersgläubiger“ war.
      Doch bei uns wären aber 14 Könige aus dem Morgenland doch etwas sehr übertrieben ;-(

      Ich läster hier ja auch nur, weil hier wahrscheinlich keiner meinen Blog liest, doch laut ausprechen darf man solche Gedanken auch bei uns nicht – obwohl ich in einer Stadt wohne
      Kleinstadt halt

  • Henning

    hallo und danke für deinen beitrag. ich denke, dass es in ordnung ist, wenn kleine weihnachtsfeiern im unterricht (egal ob nun in mathe, religion oder englisch) gefeiert werden. das ist nun mal unsere kultur und so sollte es auch bleiben. meiner auffassung nach werden kinder und jugendliche mit migrationshintergund damit nicht diskriminiert. ich finde eher, dass es die intergration zu einem kleinen teil fördert, da die kinder somit von klein auf mitbekommen was alles hier in deutschland tradition ist. das ganze sollte natürlich nicht zwanghaft ablaufen…gleiches sollte auch für die bräuche unserer mitbürger mit migrationshintergund gelten, damit alle etwas von einander lernen. mein junior wird so aufgezogen und ich finde es gut, wenn er mit einem freund aus dem libanon einen derer feiertage feiert und somit auch was aus seiner kultur lernt und evtl. auch mitnimmt.

    • Mella

      Natürlich spricht nichts gegen eine kleine Weihnachtsfeier im Unterricht, doch darf es auch nicht zuviel werden. Bei uns besteht die Klasse zu 50 % aus Migrationskindern und dieses sollten auf jeden Fall wissen, was nun abläuft, doch darf es auf keinen Fall übertrieben werden.
      Hier im erzkatholischen Bayern denkt man vielleicht nicht darüber nach, doch sollten wir alle so fair sein und die Kultur des anderen achten und nicht den muslimischen Kindern den christlichen Glauben aufzwingen. Wir wollen das andersrum ja auch nicht.

  • Freundin A.

    Ich möchte an dieser Stelle einen Frage ins Netzt stellen: Was spricht dagegen einfach mal mit unseren ausländischen Mitbürgern gemeinsam unsere Bräuche (das Christentum ist nun mal in Deutschland weit verbreitet und gipfelt an Weihnachten zu Christigeburt) zu feiern?

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