Was wenn Kinder in der Schule Angst haben

Zur Zeit ist leider Mobbing mal wieder ein Thema. Nicht nur beim Kleinen, sondern nun auch beim Großen.

Mist.

Dass der Kleine gequält wird ist ja leider schon länger so und wenn ein Kind die folgende Aussage trifft, muss man als Mutter schon wirklich schlucken:

Vielleicht kann ich mich in der Schule auch deshalb nicht so gut konzentrieren, weil ich immer Angst habe.

Oh Gott. Da wundert es mich ehrlich gesagt schon, dass er überhaupt noch in die Schule geht. Und ich fühle mich so machtlos. Ich kann meinem Kind nicht helfen. Ein Scheißgefühl ist das. Oh ja, ich könnte in die Schule gehen und dem Lehrer bescheid geben. Klar. Doch was soll der gegen die Halbe Schule schon tun?

Beim Großen ist es anders. Er wird gehänselt. Gehänselt dafür, dass er Fussballfan eines schwachen Vereins ist und dass er gerne Hüte trägt. Gehänselt dafür, dass er sich absichtlich nicht der Norm anpasst und seinen eigenen Weg geht. Da ist es leicht seinem Kind den Rücken zu stärken. Er wird das ganze im Kummerkasten mitteilen und diejenigen die ihn hänseln, hatten eh schon wegen Mobbings diversen Ärger. Zudem handelt es sich um die Jungs, die in den Hauswirtschaftszweig gehen wollen. Nichts gegen Hauswirtschaftszweig und nichts gegen Jungs, die in den Hauswirtschaftszweig gehen – aber ehrlich – es sind doch eigentlich die Looser der Schule. Denn der Hauswirtschaftszweig ist angeblich der leichteste und wenn dann gehen dort eher Mädchen rein, die sich für Ernährung und Nähen etc. interessieren. Die meisten Jungs zieht es entweder zum Technik- Wirtschafts- oder Fremdsprachenzweig.  Ist nun mal so.

Der Große kann da ganz gut drüber stehen, vor allem da er auch von den Noten besser ist und immerhin ein paar gute Freunde in der Schule besitzt.

Im Gegensatz zum Kleinen.

Mir tut mein Kind wirklich leid und als ob wir nicht schon genug Probleme und Sorgen hätten und Belastung.

Wir haben nun einen Kalender eingrichtet. Wir hatten sowieso noch einen übrig.

Es sind noch 107 Schultage in diesem Schuljahr und noch 29 Schultage bis zu den nächsten Ferien.

Die schaffen wir auch noch und nächstes Schuljahr gibt es sowieso einen Haufen Veränderungen – es kann nur noch besser werden!

Tee für den Großen

Mein Großer hat ein neues Getränk für sich entdeckt. Tee.

Jetzt wird jeden Morgen in der Früh Wasser aufgesetzt und eine Thermoskanne mit Tee zubereitet. Dieser wird dann mit in die Schule genommen und dort genüßlich geschlürft. Dazu musste ich ihm extra eine Thermoskanne z.B. von Alfi mit Becher besorgen.

Mir soll es recht sein. So trinkt er etwas gesundes und leckeres und gerade bei dem Schmuddelwetter auch etwas Warmes.

Anscheinend habe ich mit meiner Billigkanne sogar einen Glücksgriff gelandet, da diese den Tee für mehrere Stunden warm hält und die Metallhaut auch den täglich Transport bis jetzt gut aushält. Sprich sie ist stabil und macht was sie tut für wenig Geld.

So bin ich glücklich und der Große ist es auch. Jetzt muss ich nur noch den Kleinen an ein gesundes Getränk heranführen. Im Moment verdurstet er lieber vor einem Wasserglas als dass er es trinkt.

Naja irgendwann wird auch er es kapieren. (Und nein, es gibt bei uns normalerweise kein Säfte, sondern nur Wasser, Schorlen und Tee) Ist halt wieder mal Machtkampf.

Richtig Skaten

Der Große und sein Freund haben sich mal mit den Skateboards auseinander gesetzt. Der Große kann es im Gegenzug zu seinem Freund nämlich nicht. Damit er bis zum nächsten Besuch üben kann, haben die 3 nun zusammen einen Film über das richtige Skaten gemacht:

Wie man richtig Skatet

Haben sie doch gut gemacht oder?

Lieblingsbeschäftigung ;-)

Dass die Kids gerne Pilze jagen habe ich ja schon erzählt.

Nein sie sammeln nicht! Sie jagen Pilze. Wenn die Beiden alleine losziehen, dann mit Pilzbuch, Lineal, Pinzette, Lupe und Sitzkissen “bewaffnet” und jeder noch so kleine Pilz wird eingehend analysiert. Heim bringen dürfen sie keinen, da ich sie auch nicht auseinander halten kann.

Da dies auf Dauer zu langweilig wird, kamen nun Kastanien dazu. Die erkenne sogar ich und nun haben wir eine große Kastaniensammlung.

Zum Glück brauchen wir eine Tischdeko für Oktober in Schmankerl.info.  So wurde dann am Samstag fleißig mit Kastanien gebastelt. Aber bitte nicht so wie die Kindergartenkinder.

Nein mit einer Bohrmaschine – Handbohrer – wurden Löcher in die Kastanien gebohrt. Was auch nicht sehr ungefährlich ist, wie der Zeigefinger vom Kleinen beweist, und dann verbunden und gebaut und gebastelt was das Zeug hält.Ihr könnt wirklich gespannt sein.

Der Höhepunkt kam aber am Sonntag.

Wir waren bei Freunden und wollten einen gemütlichen Waldspaziergang machen bis -

bis sich herausstellte, dass meine Freundin sich sehr gut mit Pilzen auskennt und die Jagdsaison war wieder eröffnet.

Wir haben einen ganzen Korb voll mit nach Hause gebracht, von denen mein Mann gerade mal die Maroni kannte aber keine Safran-irgendwas, Hallismash, Frauentäublinge, Rotfuß, Hexenröhrlinge etc. Fragt mich bitte nicht, ich erkenne grad mal den Fliegenpilz und den nehme ich nicht mit.

Davon haben wir übrigens auch eine ganze Menge gesehen, sogar welche wie aus dem Bilderbuch. Leider hatten wir den Fotoapparat vergessen.

Tja, so durfte ich gestern wieder dörren und es gab ein leckeres Pilzgericht – die panierten Safran-nochirgendwas ;-)

Die Kinder aber waren seelig. Dass ihnen dann noch ein paar Rehwege, ein Erdwespennest und ein Hasenschlafplatz unterkamen war schon fast nebensächlich. Doch Jäger und Sammler

Langsam wird es ernst

Dieses Jahr steht bei den Kindern eine schulische Änderung ins Haus.

Während es beim Großen wie üblich völlig unproblematisch ablaufen wird. Sieht es beim Kleinen da schon wieder ganz anders aus. Typisch.

Also fangen wir mal beim einfachen Thema an. Der Große kommt dieses Jahr in die 7. Klasse (außer er würde wegen Religion und Erdkunde sitzen bleiben – jaja, das Lernen halt – sieht aber nicht so aus) und es stellt sich die Frage nach dem richtigen Zweig.  Hier in Bayern gibt es verschiedene Zweige in den Realschulen und Gymnasien, die unterschiedliche Schwerpunkte legen. Wir haben die Auswahl zwischen den Technischen, Wirtschaftlichen, Sprachlichen oder Hauswirtschaftlichen Zweig in unserer Schule.

Der große Unterschied liegt wohl im Mathebereich – zumindest ist das das Fach in der 6. Klasse, woran man sich am besten orientieren kann.

Im Technischen Zweig muss man kapieren, warum man so rechnet, im Wirtschaftlichen Zweig zumindest die Rechnungen sinnvoll anwenden können und im sprachlichen Zweig herrscht die Sprachbegabung vor. Im Hauswirtschaftichen Zweig geht es hingegen mehr um Soziale Kompetenz.

Beim Großen ist es klar – Technischer Zweig – immerhin hat er schon 2 mal die beste Klassenarbeit in diesem Jahr abgeliefert. *stolzbin* . Laut Mathelehrer wäre auch jeder andere Zweig “eine Sünde”

Nun der Kleine.

Da steht der Wechsel von der Grundschule in die nächsthöhere Schule an. Wenn ich nach seinen Noten gehe, dann bleibt “nur” Hauptschule übrig. Wenn ich nach seinem Potential und seinen Wünschen gehe, dann wäre es Gymnasium oder Realschule.

Erschwerend kommt seine bisherige Schullaufbahn mit zu vielen Lehrerwechseln und vielen Motivationsproblemen und somit einem erheblichen Rückstand hinzu. Teilweise wurde er schon als nicht mehr Regelschulfähig eingestuft. Doch in einer Sonderschule ist er auch nicht richtig aufgehoben, zumindest nicht in einer herkömmlichen Förderschule. Er bräuchte in unseren Augen schon eine Sonderschule, und zwar speziell für ADHS-Kinder ausgerichtet.

Leider ist es nicht so einfach, so eine Schule zu besuchen – also Elternwille zählt nur dann, wenn die Kosten komplett übernommen werden können. Leider wohnen wir in der Hinsicht am A… der Welt und somit kommt eigentlich nur ein Internat in Frage. Das nächstgelegen Internat nimmt allerdings nur Kinder auf, die vom Jugendamt “empfohlen” wurden.  Dies ist auch bei anderen ähnlichen Einrichtungen so.

Nun läuft bei uns also da Prozedere an.:

  • Termin beim Jugendamt machen – mit der Frage was braucht ihr genau. – Erledigt
  • Da aktuelles Gutachten nach den ICD10 mit allen 6 Achsen (fragt mich nicht was das ist) gebraucht wird – Termin in der Neuropädiatrischen Tagesklinik in Vogtareuth gemacht – bereits Ende November erledigt – Wartezeiten sind immer lang
  • Gestern nun den Termin für nächste Woche bekommen. Das bedeutet wieder ca 2 Wochen Therapieblock – mit Schule nachholen, Großen entsprechend “fernversorgen” und Fahrerei. Zum Glück haben wir es nicht weit und ich bin heilfroh, dass wir nun so schnell einen Termin bekommen haben
  • Vorher noch alle möglichen Berichte, Gutachten, Zeugnisse, Lehreraussagen etc. einfordern und einsammeln, bzw. Vordrucke abgeben und dann holen…. Apropos, gleich diesen blanko Lehrervordruck suchen, den wir noch vom letzten Mal haben…
  • Dann im Februar das Gespräch mit dem Jugendamt
  • Anmeldung in der von uns erhofften Schule – Vorraussetzung ist, dass das Jugendamt sich vorstellen kann, dass unser Kleiner da hingeht.
  • Alternativschulen suchen
  • Alternativanmeldungen machen, falle es nicht klappt
  • Zu Ostern dann evenutell Probetage
  • Im Juli dann die Entscheidung
  • Absagen der anderen Schulen oder hoffen dann da auch wirklich reinzukommen.

Wenn das mit unserer Wunschschule nicht klappt, stehen wir ehrlich gesagt ziehmlich auf dem Schlauch. Es gibt zwar noch ein paar Internate nicht allzuweit entfernt, doch sind das eher “Reiche Kinder” Schulen und nicht speziell für unseren Keks. Spezialschulen für ihn wäre nur noch so möglich, das Mama-Taxi mit jeweils einfacher Fahrt von 1 Stunde möglich ist. Direkverbindungen nicht vorhanden. Das hieße dann für mich 1 Stunde hin, 1 Stunde zurück, Mittags auch.

Zur Hauptschule habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Es kann supergut gehen (es gibt dort tolle Klassen mit etwa 18 Schülern und guten Lehrern) oder es gibt genau das Gegenteil Ich weiß von Kindern, die in der Hauptschule erst mal so richtig abgebaut haben. Die Luft nach unten ist leider bei uns nicht mehr vorhanden. Zudem kommt es beim Kleinen sehr auf die Lehrkraft an. Wenn er jemanden hat, der auf ihn eingeht – kann alles gut gehen, wenn nicht……

Als weitere Alternativschule wäre noch Waldorf möglich. Ich weiß nicht, ob das für unser Kind der richtige Weg ist, da hier erst recht die “Anleitung” fehlt. Er braucht noch sehr viel Führung.

Tja, das sind die uns momentan bekannten Alternativschulen, da werden wir wohl noch suchen und nach einer zweiten Nadel im Heuhaufen graben müssen. Wir waren ja schon über die erste Nadel froh.

Doch auch diese hat nicht unerhebliche Nachteile. Einerseits wäre es ein Internat – mit all seinen Vor- und Nachteilen. Zum Anderen kommen dort noch zustätzlich ganz andere Kosten auf uns zu, als bei einer Regelschule. Gerade spezielle ADHS-Schulen haben einen sehr hohen personellen Aufwand, der sich in den Schulkosten niederschlägt. Auch wenn dann das Jugendamt einen Teil übernimmt, wurde ich doch schon vorgewarnt, dass noch erhebliche Kosten auf uns zukommen werden. Diese erfahren wir allerdings erst bei der Anmeldung oder noch später, bei der Zusage. Aber wie gesagt – wirkliche Alternativen kann ich eben auch nicht sehen.

Auch ist wegen der bisherigen Schullaufbahn des Kleinen leider kein Platz mehr für Experimente – “so jetzt geh erst mal in die Hauptschule und wenn es nichts ist, dann wechselst Du halt.” Dieser Zug ist abgefahren und jeder Wechsel verschlechtert nur noch seine Möglichkeiten.

Nun ja, wir werden sehen. 2011 wird in dieser Hinsicht zumindest spannend.

To be continued……

Machtkämpfe

Zur Zeit probiert es der Kleine wieder massiv. Wie weit kann er gehen, wie lange hält die Mama durch. Schlimm.

Wenn man ihm einmal was sagt, ist es so als ob man gar nichts gesagt hätte. Dabei ist es völlig egal, ob es sich um unwichtige oder wichtige Dinge handelt. Auch im Straßenverkehr ist es noch lange nicht sicher, dass er sich an Aufforderungen hält. Einfach nur um zu schauen, wie weit er gehen kann.

Genervt war ich vor allem am Freitag. Wie manche vielleicht von Euch gelesen haben, haben wir am Wochenende unser Esszimmer und Wohnzimmer gestrichen. Am Freitag habe ich deshalb bereits angefangen alle Bücher etc zu verräumen. Auch das Aquarium wurde wieder sauber gemacht. Der Kleine sollte für die Ergo eine Geschichte aufschreiben. Dabei nach Regeln vorgehen. Ich war also immer anwesend und auch geistig für ihn da (Bücher schleppen erfordert nicht viel Gehirn).

Doch weit gefehlt. Obwohl er in der Ganztagesklasse auch Hausaufgaben machen muss, zwar nicht viel und meist nur mündlich, war es nun wieder ein besonderer Kampf. Ich habe mich dann dazugesetzt. Auch dann noch hat der Herr jede Arbeit verweigert. Alles schimpfen, betteln und bitten hat nichts geholfen. Bestechungen wurden nicht angenommen. Bis ich ihm dann angedroht habe, dass es für mich kein Problem ist an die Ergo zu schreiben, dass nach einer Stunde ergebnislosen Wartens, er immer noch nicht in der Lage war, den ersten (!) Satz zu formulieren.

Erst als mir dann wirklich der Kragen geplatzt ist und ich ihm gesagt habe, dass er gerne bis Mitternacht daran sitzen kann, ich aber noch andere Dinge zu erledigen hätte, außer ihm eine Stunde lang beim Nichtstun zuzuschauen, erst dann hat er angefangen die Aufgabe zu erledigen und

alle Wörter klein geschrieben.

Er durfte natürlich den Satz wiederholen, denn es soll ja die Rechtschreibung geübt werden.

Er hat dann für die restlichen 5 Sätze noch etwa 15 Minuten gebraucht.

Nun meine Frage, warum.

Warum nur muss er jedes mal wieder testen, wie weit er gehen darf, es hat sich nichts geändert. Auch beim Straßenverkehr ist blindes Überqueren der Straße immer noch gefährlich.

Das zerrt an den Nerven und kostet einfach nur Kraft. Man könnte die Zeit doch auch mit viel schöneren Dingen gemeinsam verbringen und es wäre für alle Beteiligten angenehmer, wenn ich nicht so viel schimpfen müsste. Da wünscht man sich manchmal einfach mehr Geld und Platz um dann sich Hilfe zu holen, wie etwa ein AuPair die kann sich ja dann auch mal die Stunden hinsetzen und dem Kind beim Nichtstun zuschauen.

Elternbeiratswahl

Gleich vorne weg, ich gehöre der großen Mehrheit an, die sich nicht freiwillig meldet. Zum einen weil ich die Zeit nicht opfern möchte, zum anderen, weil ich ungerne im Rampenlicht stehe.

Ich denke wie so viele – das kann der neben mir doch auch machen.

Wie allgemein bekannt, haben wir 2 Kinder. Die von mir genannte Einstellung kenne ich aus der “Elterngeneration” des Großen sehr gut. Auch der Klassenelternsprecher wird eher so gewählt – wer will es freiwillig machen?

Ach nur 2?

Hat jemand was dagegen? Nein, also in Ordnung.

Kurz und schmerzlos.

Auch bei der Elternbeiratswahl haben sich micht Ach und Krach 15 Kandidaten gefunden, 12 werden gewählt. Also können wir gerade mal 3 nicht wählen. Reicht ja eigentlich auch locker. Nur zur Erinnerung, die Realschule hat knapp 1300 Schüler. Da werden sich wohl 12 finden lassen. Es ist da ja nicht so, dass es nicht genug “Nebenmänner” gäbe, die sich zur Verfügung stellen könnten.

Ganz anders beim Kleinen. Da gab es beim Klassenelternsprecher tatsächlich 8 ! Kandidaten. Es wurde da tatsächlich eine geheime Wahl mit Zettel und Urne veranstaltet. Hier gab es wirklich Engagement. Genauso bei der Elternbeiratswahl, hier gibt es auch große Auswahl.

Doch mir ist das persönlich schon wieder suspekt. Ja, mir ist schon klar, dass der Elternbeirat und der Klassenelternsprecher wichtige Aufgaben erfüllen, doch es ist kein Elternteil dazu verpflichtet und wer übernimmt schon gerne die Aufgaben, wenn man nicht gerade ein Faible dafür hat.

So sind es in der Realschule wirklich viele, die entweder selbst als Lehrer oder Erzieher tätig sind oder mehrere Kinder an der Schule haben, oder einfach ein tolles diplomatisches Händchen haben, welches sie hier gut ausleben können.

Ach ja, in der Realschule gibt es einen Festausschuß der Lehrerschaft, so dass das Kuchenorganisieren und Festorganisieren wegfällt. Die Arbeit und die Konzentration bleibt dabei bei den Belangen der Schule.

Auch wenn ich die Arbeit interessant finde, so weiß ich doch, dass ich nicht wirklich für diese Aufgaben geeignet bin. Einerseits natürlich von der Diplomatie, andererseits von meiner Bereitschaft dafür Opfer zu erbringen.

Mach dich fertig!!!!

Jeden Morgen das gleiche Drama. Der Kleine bleibt länger im Bett, tappt müde ins Bad, legt sich noch ein Runde auf der Fußbodenheizung aufs Ohr und nach viel Motivation durch die Familie (Geschimpfe) zieht er sich endlich an. Meist holt er dabei lieber die dreckige Wäsche aus dem Wäschekorb wieder raus, statt sich neue Kleidung anzuziehen. Dabei ignoriert er generell rausgelegte Kleidung.

Das heißt, wenn ich aufstehe, schaue ich gleich die Wäsche durch und schmeisse die Waschmaschine an (die geht dann nicht mehr auf, wenn der Kleine kommt ). Wenn er dann seine Kleidung sucht, wird rausgelegte – für ihn vorgewärmte auf der Fußbodenheizung glegte Kleidung verschmäht, sondern lieber sich Mut angedacht und (notfalls ins Handtuch gekuschelt) das nun kalte Kinderzimmer  (es muss ja gelüftet werden) aufgesucht und dort der halbe Kleiderschrank auf den Boden geworfen. Er findet nichts passendes zum anziehen (ein Mann!). Wenn man ihn dann aus dem eiskalten Zimmer – ja es ist Winter- gescheucht hat, und er wieder ins warme Bad getaumelt ist, liegt – oh Wunder- genau die Hose auf dem Boden, die er sucht. Schön warm und angewärmt.

Klar, dass er so meist zu spät zum Frühstück kommt. Ich als altmodische Mutter bestehe ja auf ein Frühstück. Dann will er 2 Brote (Zeit reicht für ein halbes) und dieses wird erst noch mit Buttermalereien verziert.

Spätestens dann steigt mir langsam der Dampf aus die Ohren.

Wenn jetzt nun Sommer wäre, okay FlipFlops an und los zur Schule. Doch erstens ist Winter und zweitens kann sich keiner von Euch wahrscheinlich vorstellen, wie langsam man FlipFlops anziehen kann, wenn er meinen Kleinen nicht kennt.

Also nun brauchen wir Schuhe, Jacke, Handschuhe, Mütze und Schal (lassen wir schon weg) und Schulranzen

Nun zum Schlußaktes des Dramas – der Große und der Kleine starten gleichzeitig- der Große sitzt nach 5 Minuten wartend auf dem Bett.

Der Kleine hat noch nicht mal angefangen. Dann braucht er noch Socken. Häh, hatte er die noch nicht an?!? Dann muss er noch auf die Toilette. (kann auch mit Jacke notfalls noch geschehen – und das ist der Grund warum er keinen Skianzug anhat).

Jetzt findet er keine Schuhe und der Große wird ungeduldig – seine Schule beginnt 10 Minuten früher, als die vom Kleinen.

Dann wird noch mit den Schuhen gespielt – und nicht angezogen.

Dem Großen platzt die Hutschnur und die Geschwisterstreitigkeiten nehmen ihren Lauf  – nicht nur verbal.

Wir Eltern müssen uns einmischen und den Kleinen zur Eile antreiben und den Großen maßregeln, da er zu grob war. Der Kleine nutzt die Situation aus und liefert die Show vom sterbenden Schwan.

Nun dauert alles noch länger- aber meint Ihr der Große macht es morgen nicht mehr? Pustekuchen.

Irgendwann hat man das 9 Jährige Kind wie einen 2jährigen angezogen (wird der denn nie groß) und losgeschickt – gerade noch rechtzeitig.

Jetzt stehen die Kinder wirklich früh genug auf.

Zu früh? Doch wenn ich sie noch länger schlafen lasse – dann kommt der Kleine wahrscheinlich zur 2. Stunde an, denn der wird nicht schneller, auch auf dem Schulweg nicht. Den lässt es kalt, wenn er zu spät kommt -kein Ehrgefühl.

Und ich bin jeden Tag froh, wenn sie endlich weg sind…..

P.S. Ich weiß, dass ich das Thema schon mal hatte – doch Änderungen sind keine in Sicht, egal ob wir mit Belohnung, Strafe oder sonstigen Mitteln arbeiten. Auch ins “kalte Wasser schubsen” und später aufstehen und sogar zu spät kommen hilft nichts. Davon abgesehen – wenn der Kleine eh schon auf dem Kieker ist, darf man nicht noch provozieren.

Irgendwann verzweifeln wir noch  – Noch 9 Jahre, dann ist er Erwachsen und für sein Tun selbst verantwortlich *Countdown*

Nachmittagsunterricht

Der Große wollte ja nur auf die Realschule, weil es da nachtmittags keinen Pflichtunterricht gibt. Doch auch hier werden einige interessante Fächer am Nachmittag angeboten. Neben Klettern (endlich – das war der 2 Grund für die Realschule) hat er dieses Jahr noch Theater und Komm-Unterricht gewählt.

Bei Komm- Unterricht wussten wir erst nicht so genau, was darunter zu verstehen ist, findet aber nur einmal in der Woche statt und irgendwas wollte er noch machen.

Der Komm-Unterricht (von uns fälschlicherweise als Kommunikations-Unterricht eingeschätzt) entpuppte sich nun als Computerunterricht. Nachdem die Kids nun 2 mal an Fotoprogrammen gearbeitet haben, kam diese Woche Power-Point zum Einsatz. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich mit PowerPoint überhaupt nicht auskenne. Dem Großen hat aber das ganze so viel Spaß gemacht, dass er sich gestern gleich hingesetzt hat und an seinem Computer eine kleine Präsentation erstellt hat. Eigentlich nur ein Blatt, doch hat er Euch ein leckeres Kuchenrezept abgeschrieben:  Komm- Unterricht

Schade finde ich, dass in den Schulen üblicherweise nur die Standart-Programme, hauptsächlich von Microsoft angewendet werden. Doch der Große hat es gelassen hingenommen und kann mit Open Office zu Hause genauso arbeiten.

Natürlich ist das Ganze noch ausbaufähig, doch ich finde diesen Unterricht sehr sinnvoll und wie soll er denn sonst mal Bezug zu diesen Programmen bekommen, denn kein Kind setzt sich zuhause freiwillig hin. Den offiziellen Computerunterricht gibt es nur im Technikzweig ab der 7. Klasse und für die 5. und 6. Klasse ist der Unterricht am Nachmittag freiwillig.

Leider nehmen nicht allzuviele Kinder daran teil, doch mit freut es, dass es dem Großen so viel Spaß macht und er noch etwas sinnvolles lernt. Es war übrigens ganz nett, wie er vom Unterrichtsbeginn erfahren hat:

Großer sitzt ganz normal in der Klasse, plötzlich kommt der Direktor der Schule zum Klassenzimmer und fragt explizit nach ihm. Wenn der Direktor einer Schule mit etwa 1300 Schülern deinen Namen kennt und persönlich zu deinem Klassenzimmer kommt, hat das selten etwas gutes zu Bedeuten und entsprechend ist dem Großen das Herz in die Hose gerutscht.

Doch nachdem er der einzige in seiner Klasse ist, der an dem Unterricht teilnimmt und der Direktor den Unterricht persönlich gibt, wollte ihm dieser nur mitteilen, wann und wo der Nachmittagsunterricht stattfindet.

Gesunde Küche und Kinder

Bei ADHS hört man immer dass die Ernährung eine Rolle spielen soll. Ich möchte das jetzt weder groß bestätigen oder abstreiten, doch stelle ich ein verändertes Verhalten bei mancher Ernährung fest. Bei beiden Kindern, egal ob jetzt mit oder ohne ADHS.

Gerade zu Ostern oder zu Weihnachten, wenn sie außnahmsweise mal mehr naschen dürfen, sind die Kinder durch den Zucker so richti auf- bzw. überdreht. Vielleicht sollt ich erwähnen, daß es bei uns zwar jeden Tag ein paar Süßigkeiten gibt, aber eben nur in Maßen und nicht in Massen. So reichen 5 Gummibärchen als Nachtisch in der Regel aus.

Irgendwann wollte ich bei einer Brühe nur wissen, ob es sich um Gemüse-, Rind-, oder Hühnerbrühe handelt und habe dann mal auf die Zutatenliste geschaut. Diese war ehrlich gesagt ein Schock für mich und seitdem achte ich immer stärker darauf, was wir so essen. Von den ganzen “Fertigfutter” bin ich komplett abgekommen, man kann auch selbst würzen und auch bei den Gummibärchen achte ich auf Farbstoffe.

Wir sind sicher noch meilenweit von BIO oder ähnlichen entfernt und ich schaue noch nicht jedes Produkt genau an (immer wieder eines mehr), doch ich habe das selbstmachen wieder entdeckt. Macht zwar manchmal eine Heidenarbeit, doch ist es das Ergebniss meistens auch wert. So lange ich mir die Zeit dafür nehmen kann (bleibt halt der Hausputz liegen), werde ich es auch fortführen.

Bei den Kindern merke ich mittlerweile auch die ersten Anzeichen. Der Große ißt hauptsächlich zu Hause und bekommt eigentlich (außer Tomatensoße, Ketchup etc. ohne Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker)  keine Fertignahrung mehr. Alles selbst gemacht. Wenn er dann mal Fertigkost bekommt, dann schmeckt es ihm nicht mehr.

Der Kleine bekommt jeden Tag in der Schule Mittagessen und Abends von mir gekochtes Essen. Seine Geschmacksnerven stehen voll auf Fertigkost. Erzählt mir jetzt nicht, dass im Schulessen sicher keine Fertigkomponenten verwendet werden und alles für die Kinder gesund gekocht wird. Dem ist sicher nicht so und ich weiß, wie es in Großküchen zu geht, mein Mann hat da ja jahrelang drin gearbeitet. Das Essen mag trotzdem gut schmecken, doch wird mit sehr vielen fertigen Komponenten gearbeitet und darin sind dann oft Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker drin. Sicher.

Ich kann mir schon sehr gut vorstellen, dass gerade aber die Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, zu viel Zucker etc. Einfluss auf das Verhalten von Kindern mit ADHS nehmen. Wenn jemand darauf sensibel reagiert, kann es das ungeliebte Verhalten sicher verstärken. Doch Eltern sind hier oft die Hände gebunden. Denn auch wenn ich darauf achte, dass diese künstlichen Zusätze möglichst nicht genutzt werden, so bekommt das Kind diese oft auf anderen Wegen. Wie hier bei der Schulspeisung. Raus nehmen kann ich ihn nicht, Essen mitgeben auch nicht etc.  Deshalb kann ich es auch nie wirklich Testen, ob meine Theorie stimmt, denn wie ich beim Großen gemerkt habe, dauert es anscheinend eine ganze Weile, bis die vorhanden Giftstoffe abgebaut werden und sich der Geschmack ändert.

Bei mir hat sich der Geschmack auch schon geändert und auch mein Mann greift gar nicht mehr zu fertigen Soßen und achtet auch vermehrt beim Einkaufen, was denn so in der Packung drin ist.