Februar 4 2018

Berufsfindungsphase

Tapferer HundMeine beiden Kinder sind in der gleichen Situation, durch die wir alle bereits durch mussten.

WELCHEN BERUF WÄHLE ICH?

Gar nicht so leicht. Der Jüngere hatte sich die Zeit genommen und hat viele Praktikas absolviert. Das war gut, denn so konnte er in verschiedene Bereiche reinschnuppern. Er hatte Glück, dass dies zum einen von der Schule gefördert wurde, aber er hat auch einiges von seiner Ferienzeit für diese Möglichkeit geopfert.  Lesen Sie weiter

August 3 2016

10 Gründe Warum ich gerne Mutter von Teenagern bin

Meine Kinder sind Teenager – ich glaube, das kann man bei einem 17 und 15jährigen sagen. Beide sind normale Teenager mit Ausrastern, Faulheit, Computer- bzw. Handysucht und Spülmaschinen-Phobie. Beide sind auch rebellisch – wie es sich auch gehört, in diesem Alter.

Dennoch empfinde ich das Alter als sehr angenehm – sie sind :

  1. selbständig
  2. müssen nicht dauerhaft bespaßt werden – sondern wollen eher ihre Ruhe haben
  3. Erledigen Aufgaben meist so, wie man es sich wünscht, auch wenn eine entsprechende Erinnerung regelmäßig nötig ist
  4. Übernehmen Verantwortung
  5. Wollen die Eltern nicht immer dabei haben, sondern sind froh, wenn diese alleine in den Urlaub fahren
  6. Organisieren sich oft die Transportmöglichkeiten selbst
  7. kümmern sich selbst um ihr Zeug – da man als Eltern sowieso immer das falsche kauft
  8. Sie lassen einen auschlafen – Wer kleine Kinder hat – weiß das zu schätzen
  9. ab und an haben sie einen Rappel und machen sogar was im Haushalt (immer dann, wenn ihre Bedürfnisse nach z.B. gebügelter Wäsche oder Kuchen nicht erfüllt werden, werden sie selbst aktiv)
  10. Brauchen keine Begleitung zu Schulen oder ähnlichem – die Elternabende reduzieren sich drastisch :-)

Die 10 Punkte fielen mir recht leicht, in der Arbeit habe ich nämlich Kontakt zu einem Dreijährigen (bitte nicht mehr – sie sind anstrengend!) und zu einer 9-jährigen (schon besser, dennoch war die Grundschulzeit bei uns ein Grauen).

Nee, da sind mir Teenager schon viel lieber.

Juli 25 2013

Sola = Sommerlager

Mittlerweile schon zum 3. Mal möchte unser Sohn ins Sommerlager. Das besondere an diesem Sommerlager ist, dass es wirklich dort nichts gibt. Keinen Strom, somit auch kein Fernsehen, Computer und elektrisches Licht.

Keine Handys erlaubt und es gibt noch nicht mal fließendes Wasser. Besser gesagt, das gibt es schon – in Form eines Baches. So wird morgens ein erfrischendes Bad direkt im Bach genommen. Toiletten heißen dann Latrinen und müssen regelmäßig entleert werden.

Ach ja – hinkommen tun die Teilnehmer alle mit eigener Kraft – nämlich per Rad.  Und das sind doch etwa 30 Kilometer. Geschlafen wird in Zelten im Schlafsack.

Natur pur und keinerlei Luxus. Eltern sind nicht erwünscht, die Betreuer selbst alles selbst noch fast Jugendliche, nämlich maximal 25 Jahre alt.

Es hat immer geklappt und unser Großer kam jedes mal fertig, aber begeistert zurück.

Was gefällt ihm daran?

Das frage ich ihn auch immer wieder, doch er kann es nicht wirklich beschreiben. Wie sollte er auch, denn alles was ein Jugendlicher heutzutage als Lebensnotwendig erachtet – gibt es nicht. Kein Handy, Smartphone, Computer. Kein Haarspray, Duschgel einer bestimmten Marke und jede menge Komfort. Alles nicht vorhanden.

Dafür Spiele, Lagerfeuer, Fahnenwacht.

Ist es das Abenteuer was ihn lockt? Ist es das Zurückbesinnen auf das wirklich wichtige im Leben und dass alles andere nur nette Beigaben sind? Ist es das Runterkommen? Dass weder Autos noch technische Geräte nötig sind?

Dass auch fließendes Wasser nicht lebensnotwendig ist und man auch mit einer Latrine leben kann?

Ich finde es gut.

Denn es hält unser Kind auf dem Boden. Es zeigt ihm, dass er wirklich auf einiges verzichten kann, wenn er will und die Fragen nach Luxusgütern wie Playstation und co ist danach immer viel leiser.

Doch steht er damit oft alleine – denn seine Freunde machen da nicht mit. So finde ich es umso schöner, dass er jedes Jahr wieder aufs Neue mit Begeisterung auch ohne seine Freunde dort mitmacht.

Juli 18 2013

Eltern sollen Kinder unterstützen

Klar, ist ja auch unsere erste Hauptaufgabe und neben der Erziehung einer der Kernpunkte in der Entwicklung.

Natürlich unterstützen und fördern wir unsere Kinder. Ja, doch, machen wir. Doch ist es nicht auch so, dass die Förderung im Großen vielleicht einfacher fällt als die ganze kleine Miniförderung, die tagtäglich auf uns einprasselt?

So wie etwa momentan. Gut, dass ich entgegen meiner Gewohnheit gestern nicht beim einkaufen war. Denn der Große hat mir gestern nachmittag erst mitgeteilt, dass  morgen Wandertag ist und die Klasse zum Grillen geht. *Puh*, wir gehen heute gemeinsam einkaufen und er soll sich dann sein Grillgut aussuchen. Doch was wäre, wenn ich schon eingekauft hätte? Sicher kein Grillgut, denn das steht diese Woche nicht auf dem Plan. Hätte ich eine Notlösung daheim gehabt? Nein, wohl nicht. Wäre ich extra noch mal zum Einkaufen gefahren? Zwangsweise, aber ehrlich – ungern.

Oder anderes Beispiel. Der Große fährt gerne Rad. Super, bin ich dafür. Radsportverein? Jippieh – doch ja. Nur gibt es da keine Jugendgruppe. Ähm und nun? Muss ich nun mit ihm trainieren. Soll ich mich wirklich wegen ihm regelmäßig auf das Rad schwingen? Brauchen wir entsprechende Räder? Er konnte eines ausleihen, aber ich nicht. Will er alleine trainieren? Ist das okay? Welche Strecken soll er fahren. Helfen wir ihm da eine auszusuchen? Denn Strecken mit Schotter fallen bei Rennrädern weg…..

Unterstützung ja, aber ich bin doch auch faul. Muss ich meine Faulheit überwinden? Wie weit ist eine Unterstützung nötig. Wenn nicht Radsport würde er gerne Schwimmen —- nur der nächste Schwimmverein ist 30 km entfernt. Bin ich bereit immer zu fahren? Um mein Kind zu unterstützen?

Ehrlich? – Nein.

Doch was wäre, wenn er der geboren Schwimmer wäre. Der nächst Michael Groß – das Talent! – Keine Ahnung, wir werden es nie erfahren.

Ohgottohgottohgott. Ich bin eine Rabenmutter, ich unterstütze mein Kind nicht richtig!

So ein Schmarrn, ich unterstütze im Rahmen meiner Möglichkeiten und vor allem bei den großen Sachen. Bei den vielen dauernden Kleinigkeiten – da unterstütze ich mein Kind darin, groß zu werden und selbst Entscheidungen zu treffen und selbst mal sein Leben zu managen. Wird erst kurz vor knapp mitgeteilt, dass Grillzeug benötigt wird – dann hätte er ggfs Pech und müsste mit einer Notlösung leben. Beim Radfahren suchen wir eine schöne Tour für ihn aus mit wenig Verkehr und guten Straßen – aber trainieren muss er alleine. Auch wenn es keine direkte Jugendgruppe ist. Denn wenn es „seine“ Sportart ist, dann wird er weiterhin wie bisher auch, sich alleine auf sein Rad schwingen können und seine Runden strampeln. Dazu braucht er nicht mich.

Ob er Kleidung, Schuhe, Rad bekommt? Das steht erst noch in den Sternen. Rad ist bis Winter ausgeliehen, Radhose – wenn wir eine sehen – genauso wie das Trikot und Schuhe, wenn er wirklich dran bleibt. Wenn nicht – dann braucht er keine Schuhe, denn sein Trekkingrat hat diese Pedale eh nicht.

Das ist die momentane Unterstützung und nein ich werde mich nicht überschlagen, um meinen Kindern alles zu ermöglichen, denn es gehört zum Leben dazu, dass man sich einiges erarbeiten muss und dazu gehört auch manche Förderung durch die Eltern. Wird Interesse und Ausdauer an einer Sache gezeigt und dass es dem Kind wichtig ist – dann ist eine Förderung sicherlich von unserer Seite aus da. Aber ich werde nicht von A nach B und nach C fahren, damit ausprobiert werden kann, weil es grad ein Kumpel macht oder so.

Ich weiß, manche Mütter sind da anders – aber ich bin halt nun mal ich

Juni 6 2013

nein, ich bin keine ehrgeizige Supermama!

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mir dieses gerne unterstellt wird. Dass ich ehrgeizig bin. Aber nicht ich sondern ehrgeizig bzgl. meiner Kinder. Dass ich behaupte/wünsche/davon ausgehe, dass sie Superkinder sind und die jeweilige Herausforderung schaffen.

Vor allem, was den Großen betrifft.

Situation: mein Großer langweilt sich in der Realschule. Trotz Talentklasse. Das ist jetzt keine Unterstellung von mir, er gibt es ja mehr oder weniger selbst zu. Aber alleine die Aussage, dass er sich dort langweile bringt mir regelmäßig stirnrunzeln ein. Warum? Ganz einfach, seine Noten zeigen es nicht. Er schreibt meistens eine 3, was ja auch nicht schlecht ist. Doch die 3 schreibt er nur, weil er weder lernt, sich bemüht oder im Unterricht aufpasst. Diesen verbringt er oft genug in einem 3/4 Halbschlaf, also ein Viertel verschläft er ganz genüßlich. Glaubt ihr nicht? Warum macht ein 8.Klässler nur etwa 20 Minuten Hausaufgaben, lernt maximal 10 Minuten (insgesamt) und gibt selbst zu, dass er nicht immer aktiv ist?

Genau, er läuft auf Sparflamme. Für mich bedeutet es gleichzeitig – er ist nicht gerade überfordert, eher das Gegenteil. In meinen Augen gehört der Anspruch erhöht, damit wieder mehr Interesse da ist.

Seit wir überlegen, ob ein Wechsel ins Gymnasium irgendwann mal angebracht ist, seit dem bemüht er sich mehr. Und siehe da – die Noten steigen. Meist eine 1 oder eine 2.

Aber wenn ich sage Wechsel von Realschule ins Gymnasium – schon wieder ein Stirnrunzeln – welch ehrgeizige Mutter, das schaffen doch nur wenige Kinder.

Aber hey – wie soll ich denn den Anspruch für ihn denn sonst erhöhen? Sogar der Doppelzweig fällt ihm leicht. Aber dadurch, dass er das halbe Schuljahr verschlafen hat, steht er halt in vielen Fächern auf einer 2 bis 3.

Tja mal schauen wie es weiter geht. Entweder klappt der Wechsel dieses Jahr oder er bekommt nächstes Jahr einen solchen A***tritt, dass er die Noten mal zeigt, die in ihm stecken und dann wird gewechselt, obwohl es dieses Jahr mehr Sinn machen würde. Denn er wollte die Klasse wiederholen und müsste somit nichts nachlernen. Tja, dann eben auf die harte Tour, oder es klappt halt jetzt noch oder eben in der 10. Klasse.

Hoffen wir mal, dass ihn zwischenzeitlich nicht die Langeweile wieder überkommt.

Würde ich ihn in Zukunft gleich auf das Gymnasium schicken?

Ich wollte es ja, doch er hatte sich strickt geweigert, auch nur die Schule anzusehen. Was hätte ich davon gehabt, wenn er dort nur sehr ungerne hingeht und vielleicht sogar die Mitarbeit verweigert? Genau nichts. Also lieber die Schule, die er auch freiwillig besucht. Mittlerweile sagt er selbst, er hätte sich die Schule zumindest mal anschauen sollen. Nun möchte er dort freiwillig hin, also wird er sich auch entsprechend bemühen. Er nimmt halt den umständlicheren Weg, aber wer weiß, was er dadurch gelernt oder für Vorteile bekommen hat. Muss ja nicht immer nachteilig sein.

Bin ich eine Übermutter weil ich seine Wünsche unterstütze oder ehrgeizig?

Nein, bin ich meiner Meinung nach nicht, ich finde nur, dass ich mein Kind ganz gut einschätzen kann und ja sehe, wie viel er für die Schule tut. Nachdem das wirklich noch ausbaufähig ist und noch reichlich Luft nach oben bietet, finde ich, kann man das Potential nutzen, vor allem, wenn es mein Kind auch möchte.

Ehrgeizig bin ich nicht, ich weiß, der wird seinen Weg gehen, genauso wie sein kleiner Bruder auch. Es ist nicht unbedingt ein gerader oder einfacher Weg. Aber es ist ihr Weg, der sie sicher an ein entsprechendes Ziel bringt.

Ich bin jetzt nur dafür da ein paar Steine weg zu räumen. Und mich als Übermutter beschimpfen zu lassen, wenn ich erlaube eine gewisse Abzweigung zu nehmen und mich dafür einsetze.