August 28 2016

warum sind die Bayern so unbeliebt?

Hmm, als Bayer kann ich das kaum verstehen , dennoch hatten wir zuletzt ein Erlebnis, bei dem ich es zumindest ansatzweise nachvollziehen kann.

Bayern ist ein Urlaubsland, es kommen viele Touristen und Tagesausflügler her, was ich ehrlich gesagt immer besser verstehen kann. Bayern ist unbestritten schön und wenn wir selbst in den Urlaub fahren, stellen wir immer mehr fest, in welch einer touristischen Gegend wir leben. Gerade der Alpenrand bietet extrem viel. Von Kultur (Schlösser, Ausstellungen, Konzerte Museen) über Natur (Berge, Seen) über Städte und hübsche Dörfer. Dabei nie langweilig, sondern abwechslungsreich und vor allem meist mit sehr kurzen Wegen. Wir z.B. sind innerhalb von einer Stunde locker in den Bergen (Anfahrt etwa 30 Minuten), an verschiedensten Seen (bis Chiemsee 30 Minuten, schönere nähere Seen etwa 5 Minuten, wobei wir immer die Qual der Wahl haben), auch der Starnberger See ist innerhalb einer Stunde gut zu erreichen. In etwa 1 Stunde sind wir locker in München, Knapp in Landshut, in Rosenheim (30 Minuten) Kufstein (etwa 50 Minuten) oder Mühldorf, Traunstein oder Dorfen. Alles mittelgroße bis große Städte. Auch Sehenswertes gibt es in nächster Umgebung, wie etwa das Schloss Herrenchiemsee, das Kloster Seeon, diverse Burgen, Salinen, Silberbergwerk oder das Salzbergwerk oder Zoos, Schwimmbäder, wie die Therme in Erding oder oder die längste Burg Europas in Burghausen.

Bei der Auflistung habe ich bestimmt noch einige wichtig Dinge vergessen und ja, es ist eine absolut bevorzugte Gegend. Die meisten Städte sind auch im zweiten Weltkrieg verschont geblieben, so dass auch viel historische Bausubstanz vorhanden ist. Dazu ein gutes Straßennetz und der nahe Flughafen in München. Da erstaunt es wenig, dass sich hier viele Urlauber einfinden.

Doch daran liegt auch oft das Problem. Manchmal ist es einfach zu viel. Gerade hier in Wasserburg kann man die negativen Auswirkungen schön beobachten. Es ist eine kleine Stadt, ziemlich original gotisch erhalten. Ohne viel Schnickschnack, ohne „Disney-Kitsch“ (damit meine ich diese Malereien an den Häusern, die zwar heute mit Mittelalter verbunden werden, aber nicht original sind). Wasserburg lockt einige Tagesausflügler an. Sie kommen in Bussen, laufen durch die Stadt, verstopfen die Bürgersteige und sammeln am Inndamm Pflanzen. Geld wird leider von diesen Besuchern hier in der Stadt nicht gelassen, denn in 2 Stunden geht es ja schon weiter, zu dem gebuchten Gasthaus. Geschäfte – uih wie schön, aber kaufen? Nein. Dafür wird sich eher beschwert, warum hier die Häuser so wenig geschmückt sind. Hallo – so war es nun mal im Mittelalter. Einheimische werden angemosert, wenn sie mit ihren Hunden Gassi gehen und wenn man es eilig hat – dann steht bestimmt der halbe Reisebus auf der Straße.

Jetzt sind wir noch mehr oder weniger ein Geheimtipp. Zu uns kommen meist Busse oder Radtouristen, wenige sonstige Tagesausflügler, dennoch merke ich an mir, wie ich manchmal wenig Geduld aufbringe.

Verschiedene Kulturen

Dazu kommen noch die verschiedenen Kulturen. In Bayern geht man nicht mit offenen Armen auf andere zu. Bussi hier und Bussi da, dazu Umarmung – ist hier eigentlich fremd. Auch wird gleich mal „geflucht“. Kruzinesn – geh halt weiter – wird bei Urlaubern sicher schnell als Beleidigung aufgefasst, dabei ist es hier halt einfach die Übersetzung von „Ach – macht mal bitte zu“

Dazu auch noch verschiedene Umgangsformen. In Bayern wird schnell geduzt. Nur Leute, die man nicht mag, oder die Oberen, die werden gesiezt. Auch das führt leicht zu Missverständnissen. Auf dem Berg würde mir nie einfallen, dass ich Sie zu jemanden sage. Kommt mir gar nicht in den Sinn.

Dies führt auch alles leicht dazu, dass Bayern als unfreundlich gelten.

Bauernschlau und geschäftstüchtig

Das sind die Bayern auch. Auch das führt oft zu Ärger und manchmal sogar zurecht. Eingangs hatte ich erwähnt, dass auch wir ein unerfreuliches Erlebnis hatten. Wir waren auf dem Rückweg vom Urlaub und wollten die Partnachklamm in Garmisch besuchen. Parkplatz mit Parkschein – okay, Partnachklamm offen – gut, können wir ja hingehen. Fussweg etwa 20 Minuten. Obwohl wir uns alle Schilder angeschaut haben, hatten wir nach 20 Minuten eine unerfreuliche Überraschung. Die Klamm kostet Eintritt. Ja Himmelherrgottnochmal – könnt ihr das nicht früher hinschreiben? Lasst uns da 20 Minuten durch die Gegend ziehen und dann das! Dabei geht es mir gar nicht um den Eintritt. Den verstehe ich sogar sehr gut, denn die Wege und die Sicherungen müssen unterhalten werden und klar kostet das Geld. Doch schreibt es halt vorher hin! Vor allem, weil es noch verschiedene andere Wege und Alternativen vor der Klamm gibt und ich vielleicht sonst eher auf den Gipfel gegangen wäre (oder mit Seilbahn) oder zur Alm abgebogen wäre. Aber dann das!

Dumm war, dass wir zusätzlich noch einen Tag erwischt haben, an dem es extrem zuging und etwa 200 Leute vor uns angestanden sind. Das haben wir nicht mitgemacht, denn wenn man in der Partnachklamm im Gänsemarsch durchgeschleust wird, macht es doch auch keinen Spaß. Wir werden sie ein andermal besuchen, denn Garmisch ist etwa 3 Stunden Fahrzeit von uns entfernt.

Erkenntnis 

Die Geschäftstüchtigkeit und Bauernschläue kann wirklich zu Ärger führen und ich kann mir vorstellen, dass einige Touristen daher die Bayern nicht mögen. Dennoch könnt ihr mir glauben – Bayern sind nett und gastfreundlich. Nur muss man halt das bärbeißige verstehen und nicht gleich beleidigt sein, wenn man geduzt wird.

Bayern ist wirklich wunderschön und nach diesem Erlebnis in der Partnachklamm haben wir angefangen in unserer näheren Umgebung die Berge zu entdecken. Im Artikelbild könnt ihr einen Ausblick von sehen, der für uns nicht ungewöhnlich ist, da wir diese Blicke meist beim Wandern genießen dürfen.

Es wird wieder schön werden, das ist mir klar. Auch beim Berg gehen am letzten Freitag wurde wieder bestätigt was Sache ist. Wir waren auf dem Almgipfel bei den Hütten (unserem Ziel) angelangt. Leider werden die Hütten nicht mehr, bzw. nur am Samstag oder Sonntag bewirtschaftet. Das wussten wir nicht. Wir haben einen gefragt, der gerade zu der Hütte kam um nach den Kühen zu schauen. Folgender Dialog:

Wir: Servus

Bauer: Grias Eich (Grüß Euch)

Wir: Ist eine Hütte bewirtschaftet?

Bauer: Na (nein). Aber wenn Ihr was trinken mögst, kann ich Euch auch was geben.

 

Gastfreundschaft, Freundlichkeit, ohne dass danach gefragt wurde.

Juli 11 2016

Bild des Tages

knapp 2 Wochen halten wir nun durch – mehr oder weniger, denn täglich ein Bild wird zur zunehmenden Belastung. Wir hatten zwar gestern ein schönes Bild und auch viele Motive, doch ….

Ich gebe es zu. Beim Radfahren den Berg rauf, gerade so, dass ich es schaffe und ich sehe eine schöne Blumenwiese – nein, da halte ich nicht an und fotografiere, damit ich nachher sicher schieben muss. Lieber trete ich weiter.

Auch halte ich nicht an gefährlichen Stellen im Straßenverkehr, nur weil sich ein toller Ausblick bietet.

Und die vielen verpassten Gelegenheiten und dann der Zwang ein Bild noch schnell zu finden.

So macht es momentan keinen Spaß, trotzdem müssen wir auf jeden Fall vermehrt fotografieren.

Nicht so einfach…

Mal schauen, welche Lösung uns hierzu noch einfällt.

Heutiges Bild, ist von gestern beim Radfahren.

 

September 3 2013

Zelten wieder entdeckt

Lange ist es her, als wir das letzte mal wirklich mit dem Zelt unterwegs waren. Zwischendurch hatten wir zwar mal einen Wohnwagen gemietet oder ein Mobilheim auf einem Campingplatz. Aber so richtig auf dem Boden, nur mit einem Zelt – das war schon lange her.

Dabei mögen wir das recht gerne. Zumindest mal für ein bis zwei Nächte. Zum einen, weil auf Campingplätzen meist eine recht lockere Atmosphäre herrscht. Zum anderen, weil man sich wieder auf das nötigste zurückbesinnt. Man braucht nicht unbedingt Strom und Fernsehen. Man kann auch nur mit einem Campingkocher lecker kochen.

Nein, es muss nicht immer voller Luxus sein.

Diesen Urlaub waren wir an zwei verschiedenen Campingplätzen. Jeweils nur für eine Nacht. Mehr ging sich leider aus den verschiedenen Gründen her nicht aus.

Der erste Urlaub war am Waginger See und der zweite Urlaub in Kitzbühel. Beides nicht allzuweit von uns entfernt und kannten wir noch nicht besonders gut. (Okay, in Waging gibt es nichts und bei Kitzbühel sind wir entweder vorher in den Bergen stecken geblieben oder meist eher vorbei gefahren)

Ich weiß, wir werden es wieder wiederholen, denn nun sind die Kinder groß genug, dass sie ein eigenes Zelt bewohnen können, der Hund alt genug, dass er auch mal ruhig liegen bleibt und nicht immer nur Action möchte und wir alle auch organisiert genug, dass nicht die Arbeit an mir alleine hängen bleibt.

Daher – jo, machen wir wieder!

Juli 2 2013

Wasserburg – zeig mir Deine Stadt – Wasser

Daggi fragt in ihrer Blogparade für Juli und August dieses mal nach Wasser. Lustig, denn bei uns steckt das Wasser ja schon im Namen.

Es sind nur eigene Bilder erlaubt, daher tue ich mich etwas schwer Euch zu zeigen, warum Wasserburg zu seinem Namen kommt. Denn die Burg selbst steht ja nicht im Wasser. Es ist eher so, dass der Inn eine Schleife macht, wie ein enges U. So umschließt er die Altstadt. Unten, am U, hier am Boden, dort ist eine Brücke. Es war schon immer eine der wenigen Brücken über den Fluss, was vor allem im Mittelalter viel Geld gebracht hat. Denn ein einfacher Umweg von etwa 30 km einfach war nicht so leicht zu bewerkstelligen.

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Oben am U, also an der Öffnung, ist eine Landzufahrt nach Wasserburg. Dabei geht es recht steil runter, oder rauf. Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, dann merkt man den Höhenunterschied meist darin, dass man etwa 1 bis 1,5 km kräftig bergauf schiebt. Die wenigsten von uns würden es fahren. Glaubt mir, sogar mein Polo hatte Probleme, bei der Steigung einen Mofa-Fahrer zu überholen.

auf dem Bild seht ihr den Fluss, wie er von Rosenheim aus, nach Wasserburg kommt.

Brunnen haben wir auch diverse in der Stadt, aber ich finde sie nicht so besonders hübsch, daher spare ich mir diese, obwohl es doch einige sind. Immerhin haben wir auch einen Trinkwasserbrunnen, bei dem man einen Schluck nehmen kann.

Insgesamt kann man aber sagen, dass das Wasser die Stadt geprägt hat und auch heute noch prägt. Hochwasser ist immer ein Thema, auch wenn wir dieses mal verschont wurden. Die Hochwasserschutzmaßnahmen haben wohl ganz gut gegriffen.

Nach dem Hochwasser in 2005, als die Altstadt mal wieder vom Inn bewässert wurde, wurde noch mal kräftig investiert. Vor allem, die Hochwassermauer erhöht, der Damm verbessert und gestärkt, unnütze Bäume, die den Damm lockern entfernt und Renaturierung mit Hilfe von großen Steinen, die die Fließgeschwindigkeit bremsen können eingeleitet. Zudem wurde der alte Kanal, den der Inn im Jahr 2005 nach 100 Jahren „wieder entdeckt“ hat, wieder geschlossen.

Ja, der Inn hat ein gutes Gedächtnis, er hat sich an einen alten Mühlkanal erinnert und diesen nach 100 Jahren wieder eröffnet. Dass dieser nicht mehr in Betrieb war und das Wasser darin eher störend – das war dem Inn egal. So hoch wie in 2005 stand er übrigens noch nie, sieht man an den Hochwassermarken am Brucktor recht gut. Das ist der weiße Fleck an der  Mauer neben der Brücke. Ihr seht, da ist noch reichlich Luft nach oben. War also alles schon mal schlimmer, auch wenn nicht mehr viel Platz zwischen Brücke und Inn ist. Ach ja, die Brücke ist aus dem Jahr 1927 – also recht stabil gebaut. Davor ist sie zusammengebrochen, als es im Winter mal so kalt, war, dass der Inn sogar zugefroren war. Eine Seltenheit bei einem wilden Gebirgsfluss. Als dann damals das Tauwetter eingesetzt hat, haben sich die Schollen an den Brückenpfeilern gestapelt und diese irgendwann mit sich gerissen. Seit dem haben wir Eisfänger vor der Brücke, die man jetzt aufgrund Hochwasser nicht sieht.

Hochwasser 2013

Wie hoch der Inn normal ist? ähm tja, pffff. ….

Keine Ahnung, es wechselt ständig. Im Winter ist er quietschgrün und relativ niedrig und seicht. Was für ihn halt seicht heißt, denn er ändert sein Flussbett immer noch regelmäßig und baut dort Strudel ein und dort lagert er mal was ab. Ein Schiff kann noch fahren, wenn es keinen zu großen Tiefgang hat.

Im Sommer hat er immer mehr Wasser, da kommt dann die Schneeschmelze von den Bergen. Dann ist er auch eher grüngraubraun – oder Dreckfarben. Im Frühjahr und im Herbst changieren die Farbtöne je nach Wetter zwischen blau, braun, türkis und leicht grün, das aber eher selten.

Jetzt habt ihr die Farbe aber immer noch keinen Wasserstand.

Nun ja, die Plättenfahrer konnten teilweise im Wasser bis zur Brust stehen, wenn sie die Schiffe entladen mussten, um sie über eine Untiefe bringen zu können. (übrigens, der Inn ist auch im Sommer lausig kalt)

Dann wiederum, sind sie ertrunken, weil man im Inn schwimmen können muss. Wie gesagt, eine reine Tiefe mag ich nicht angeben. Aktuell steht er bei 2,62 Meter. Die Meldestufe 1 beginnt bei 4,20 Meter und bis dahin ist alles okay. Zu wenig Wasser wird er nie haben, denn der Inn ist der wasserreichste Fluss in Bayern.