Eltern sollen Kinder unterstützen

Klar, ist ja auch unsere erste Hauptaufgabe und neben der Erziehung einer der Kernpunkte in der Entwicklung.

Natürlich unterstützen und fördern wir unsere Kinder. Ja, doch, machen wir. Doch ist es nicht auch so, dass die Förderung im Großen vielleicht einfacher fällt als die ganze kleine Miniförderung, die tagtäglich auf uns einprasselt?

So wie etwa momentan. Gut, dass ich entgegen meiner Gewohnheit gestern nicht beim einkaufen war. Denn der Große hat mir gestern nachmittag erst mitgeteilt, dass  morgen Wandertag ist und die Klasse zum Grillen geht. *Puh*, wir gehen heute gemeinsam einkaufen und er soll sich dann sein Grillgut aussuchen. Doch was wäre, wenn ich schon eingekauft hätte? Sicher kein Grillgut, denn das steht diese Woche nicht auf dem Plan. Hätte ich eine Notlösung daheim gehabt? Nein, wohl nicht. Wäre ich extra noch mal zum Einkaufen gefahren? Zwangsweise, aber ehrlich – ungern.

Oder anderes Beispiel. Der Große fährt gerne Rad. Super, bin ich dafür. Radsportverein? Jippieh – doch ja. Nur gibt es da keine Jugendgruppe. Ähm und nun? Muss ich nun mit ihm trainieren. Soll ich mich wirklich wegen ihm regelmäßig auf das Rad schwingen? Brauchen wir entsprechende Räder? Er konnte eines ausleihen, aber ich nicht. Will er alleine trainieren? Ist das okay? Welche Strecken soll er fahren. Helfen wir ihm da eine auszusuchen? Denn Strecken mit Schotter fallen bei Rennrädern weg…..

Unterstützung ja, aber ich bin doch auch faul. Muss ich meine Faulheit überwinden? Wie weit ist eine Unterstützung nötig. Wenn nicht Radsport würde er gerne Schwimmen —- nur der nächste Schwimmverein ist 30 km entfernt. Bin ich bereit immer zu fahren? Um mein Kind zu unterstützen?

Ehrlich? – Nein.

Doch was wäre, wenn er der geboren Schwimmer wäre. Der nächst Michael Groß – das Talent! – Keine Ahnung, wir werden es nie erfahren.

Ohgottohgottohgott. Ich bin eine Rabenmutter, ich unterstütze mein Kind nicht richtig!

So ein Schmarrn, ich unterstütze im Rahmen meiner Möglichkeiten und vor allem bei den großen Sachen. Bei den vielen dauernden Kleinigkeiten – da unterstütze ich mein Kind darin, groß zu werden und selbst Entscheidungen zu treffen und selbst mal sein Leben zu managen. Wird erst kurz vor knapp mitgeteilt, dass Grillzeug benötigt wird – dann hätte er ggfs Pech und müsste mit einer Notlösung leben. Beim Radfahren suchen wir eine schöne Tour für ihn aus mit wenig Verkehr und guten Straßen – aber trainieren muss er alleine. Auch wenn es keine direkte Jugendgruppe ist. Denn wenn es „seine“ Sportart ist, dann wird er weiterhin wie bisher auch, sich alleine auf sein Rad schwingen können und seine Runden strampeln. Dazu braucht er nicht mich.

Ob er Kleidung, Schuhe, Rad bekommt? Das steht erst noch in den Sternen. Rad ist bis Winter ausgeliehen, Radhose – wenn wir eine sehen – genauso wie das Trikot und Schuhe, wenn er wirklich dran bleibt. Wenn nicht – dann braucht er keine Schuhe, denn sein Trekkingrat hat diese Pedale eh nicht.

Das ist die momentane Unterstützung und nein ich werde mich nicht überschlagen, um meinen Kindern alles zu ermöglichen, denn es gehört zum Leben dazu, dass man sich einiges erarbeiten muss und dazu gehört auch manche Förderung durch die Eltern. Wird Interesse und Ausdauer an einer Sache gezeigt und dass es dem Kind wichtig ist – dann ist eine Förderung sicherlich von unserer Seite aus da. Aber ich werde nicht von A nach B und nach C fahren, damit ausprobiert werden kann, weil es grad ein Kumpel macht oder so.

Ich weiß, manche Mütter sind da anders – aber ich bin halt nun mal ich

2 thoughts on “Eltern sollen Kinder unterstützen

  1. Finde ich auch gut so und das macht dich nicht zur Rabenmutter. Außerdem wäre ich dann auch eine :-)

    Mein Schwiegervater kam mal an und meinte das Thijs ja unbedingt zum Fussball müßte und auch nur in einen einzigen Verein. Da hab ich ihm gepflegt den Vogel gezeigt und gesagt: Wenn mein Sohn Fußball spielen möchte, dann in dem Verein der direkt vor Ort ist. Will er nicht spielen, sondern Baseball oder Football wie dein Sohn, dann darf er das auch, allerdings muss er dann auch dabei bleiben, reinschnuppern ja klar aber wenn es ihm für den Moment gefällt und er sich dafür entscheidet dann steht das und dann wird das auch gemacht. Ich werde nicht hin gehen und alle halbe Jahre die Sportartwechseln nur weil er keine Lust mehr hat oder seine Kumples auch auf einmal was anderes machen.
    Nun ist er ja erst 5 und hat sich erstmal für Fußball entschieden, wir werden sehen wie es in 3-4 Jahren aussieht, aber auch dann werde ich genau so weiter verfahren.

    Denke auch das die große Förderung wichtiger ist als die Kleinigkeiten und das die sich, so wie du das gesagt hast, sich erarbeitet werden können.

    1. ja, gerade noch am Anfang wechseln sie noch die Sportarten wie die Nachtwäsche. Da würde ich auch nie Geld in eine Ausrüstung investieren, sofern es sich vermeiden lässt. Deswegen fand ich das mit dem Rad ausleihen auch so toll.

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