Politik im Blog

Heute am Freitag gibt es wieder einen Beitrag zum Webmasterfriday: Wie politisch soll, kann und darf ein Blog sein.

Öhm, da habe ich ja noch gar nicht darüber nachgedacht. Ich glaube, man muss zuallererst die Blogs unterscheiden. Habe ich einen Fachblog wie etwa zum Thema Kochen oder Camping ist da wohl die Politik ziehmlich fehl am Platz. Natürlich kann man gewisse Missstände mal erwähnen, aber sicher nicht zu Petitionen etc. auffordern. Außer es würde absolut das Thema betreffen. Wie etwa Genmanipulierte Lebensmittel. Doch Stuttgart 21 ist da sicher fehl am Platz.

Bei privaten Blogs schaut es etwas anders aus. Wichtig ist für mich, dass der Schreiber/Autor hinter seinen Artikeln steht. Wenn es also ein privater Blog ist, in dem hauptsächlich von Schminke, Kochen, Katzen etc. berichtet wird, wirkt Politik recht schnell fehl am Platz. Anders schaut es zum Beispiel hier aus. Ich schreibe über die Sachen, die mich bewegen, interessieren und/oder beschäftigen. Wenn da die Politik dazugehört, findet diese hier auch Platz. Dabei bin ich gleich bei der nächsten Frage.

Was ist Politik?

Zählt da auch der Beitrag vom Großen dazu, in dem er über den Seniorenspielplatz berichtet, der hier nicht angenommen wird, weil in seinen Augen falsch geplant?

Oder die Missstände an der Schule, die wir mit dem Kleinen durchleben „dürfen“?

Doch mein Bericht über die Mehrwertsteuer oder über die Hörner bei Kühen. Das ist doch Politik – oder?

Politik ist in meinen Augen ein sehr weit gefasster Begriff. Er fängt nicht erst bei Frau Merkel an, und endet hier in Bayern bei Herrn Seehofer. Nein, auch die Schule, die Komunalpolitik (Seniorenspielplatz), zählen sicher dazu. Ich gehe sogar noch weiter und sage der Tierschutz gehört auch dazu und noch viel mehr. Denn alles was das öffentliche Leben betrifft wird von irgendwelchen Menschen mitentschieden und gesteuert. Wenn ich hier also meinen Mund aufmache, dann habe ich die Möglichkeit mitzuentscheiden und zu steuern.

Ist also ein Blog dazu geeignet politisch mitzumischen?

Ja, eindeutig. Natürlich hat ein großer Blog mit einer großen Leserschaft sicher mehr Einfluss als ich jetzt, doch auch im kleinen habe ich die Möglichkeit meine Meinung kund zu tun und auch danach zu handeln. Vielleicht sogar eine Diskussion anzustoßen und eventuell dadurch weitere Leute aufmerksam zu machen. Es kann wie eine Lawine enden, die mit einem kleinen Stein angefangen hat. Und wenn es keine Lawine wird – Kleinvieh – oder besser in dem Fall – viele Kleinblogs machen auch Mist – oder Stimmung.

Apropos Stimmung. Es gab schon immer wieder mal Aufschreie in der Blogszene, die auch wirklich was bewirkt haben. Als ein Blogger damit angefangen hat einen Missstand anzuprangern und viele andere Blogs darauf eingestiegen sind und dies verbreitet haben –

Ja da wurde mitentschieden und Veränderungen herbeigeführt.

Ich finde ja eh, durch das Web 2.0 haben wir Bürger nun viel mehr Möglichkeiten mitzureden. Habe ich vorher im stillen Kämmerlein gemosert, oder am Stammtisch, habe ich jetzt Zugang zur ganzen Welt und die Welt zu mir. Über die Kommentarfunktion hier im Blog oder Twitter etc.

Oh Mann, welche Macht.

Natürlich kann die ganze Sache auch nach Hinten losgehen, doch glaube ich an das Gute im Menschen und ich glaube auch ganz fest daran, dass sich im Endeffekt keine Spinner durchsetzen können und vorher von der Blogosphäre gerupft werden. Doch ich bin froh darüber, dass sich das Internet so dynamisch und lebendig gestaltet. Dies ist allerdings erst durch die Blogs möglich geworden, bei denen die Leser nun auch direkt mitreden, fragen und sich einbringen können. Auch ohne einen eigenen Blog zu betreiben, was ja nun auch nicht jedermanns Sache ist.

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