Absetzen von Ritalin

Der Kleine mit ADHS bekommt seit einiger Zeit Medikamente. Erst MetylpheniTad dann Ritalin mit Langzeitdepot.

Dieses müssen wir nun leider eine Weile absetzen, da irgendwie die Wirksamkeit nachlässt.

Dies hat sich bereits durch eine erhöhte Hyperaktivität und verstärkte Unruhe und Schwierigkeiten bei der Konzentration gezeigt. Sprich das Familienleben und meine Nerven wurden reichlichst strapaziert und auch der Kleine war nicht gerade glücklich mit der Situation.

Doch jetzt nach Absetzen.  –

Hammer!

Eine Steigerung war doch noch möglich.

Ich komm gar nicht mehr an das Kind heran und Arbeiten werden mehr als unzureichend erledigt. So ist seine Schrift im Moment kaum bis nicht mehr leserlich. Zum Glück sind Ferien und er macht nur zu Hause ein paar Übungen (Pfiff). Doch nun braucht er mindestens 3 mal so lange wie mit Tabletten.

Wenn am Montag die Schule wieder losgeht wird das wohl ein besonders lustiger Eiertanz werden, vor allem mit seiner Lehrerin, die ihn eh schon gefressen hat, da er in letzter Zeit schon so unruhig war. Ist natürlich auch sofort ins Zeugnis eingeflossen .

Jetzt sind wir schön in der Zwickmühle:

Medikamente auf jeden Fall ja, denn so geht es leider gar nicht.

Doch sind diese im Moment leider nicht entsprechend wirksam und wir vermuten eine gewisse Resistenz.

Also hoffen wir im Moment auf homöopatisches Ritalin. Ja so was gibt es, wenn auch sehr selten. Doch unsere letzte Hoffnung.

Wenn dieses allerdings auch nicht hilft?

Was dann?

Medikamente? Anderes Präparat? Problem hierbei ist, dass die meisten Medikamente zwar leicht andere Zusammensetzungen haben aber doch den gleichen Wirkstoff enthalten – von dem wir eine Resistenz befürchten.

Jedes Mal wieder testen? Doof bei den Medikamenten ist auch, dass manche erst nach 2-3 Wochen anschlagen.

Oh Mann, ich freue mich auf die nächsten Wochen.


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Mella

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Neugierig, aufgeschlossen und immer auf der Suche dazu Mutter zweier Teenies, verheiratet und reiselustig.

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5 thoughts on “Absetzen von Ritalin

  1. Bei manchen Kindern dauert es Jahre, bis man das richtige Medikament und die richtige Dosis gefunden hat. Und das „richtig“ gilt auch nur bis zum nächsten Entwicklungsschub, dann fängt man wieder von vorne an.

    Homöopathisches Ritalin ? Davon habe ich auch gelesen. Dein Sohn ist doch offensichtlich deutlich betroffen, es gab schon Probleme in der Schule, und sein Selbstwertgefühl wird die ersten Kratzer abbekommen haben. In einer solchen Situation halte ich von Alternativ“medizin“ so viel wie vom Gesundbeten von Krebs, sorry.

    An deiner Stelle würde ich mich mit der nächsten Selbsthilfegruppe in Verbindung setzen und nach dem nächsten Kinderarzt fragen, der sich wirklich mit ADHS auskennt und die Medikation gut betreuen kann. UNSERE Kinderärztin ist ein Schatz, aber sie sagt ganz klar, dass sie über das Standardprogramm hinaus keine tiefere Ahnung von ADHS hat, weshalb sie eng mit den betreuuenden Psychologen zusammenarbeitet und deren Medikamentenvorschläge normalerweise umsetzt.

    Schau mal hier:

    http://www.zentrales-adhs-netz.de/index.php

    http://www.ohotest.de/ads-ev/index.php?option=com_content&view=article&id=29&Itemid=30

    http://www.adhs-deutschland.de/

    (Falls mein Kommentar für dich nicht okay ist, dann kannst du ihn gerne löschen, ich bin nicht beleidigt !).

    LG, Sylvia

    1. Danke für die Tipps.
      Im Moment möchte ich mal diesen Weg gehen, da wir mit den Medis noch nicht so recht weiterkommen.
      Die Ärztin hat immerhin ihre Doktorarbeit darüber geschrieben. Wenn nach 2 Wochen keine deutliche Besserung eintrifft, werde ich sowieso wieder auf die Tabletten umsteigen. Neuer Hersteller – neues Glück.

      Doch kann ich mir vorstellen, dass das hoch potenzierte Ritalin (C30) schon mal einen Schubs in die richtige Richtung auslösen kann.
      Homoöpatie sollte man nicht unterschätzen.
      Zudem ist dies alles erst mal eine Zwischenlösung, da die Medis im Moment anscheinend eine Art Reistenz aufgebaut haben (wir waren schon recht hoch dosiert) und wir auf diesem Weg versuchen die Resitenz und das vorhandene Material abzubauen, damit wir dann wieder die Chance mit den Medikamenten glücklich zu werden ausbauen können.
      Lieber jetzt in der 3. Klasse herumexperimentieren als dann in der 4. Klasse :-)
      Die Lehrerin mag uns eh nicht, also kann es nicht schlimmer kommen.

  2. Hallo nochmal,

    ich wollte dich natürlich nicht kritisieren, hoffentlich kam das nicht falsch an. Übrigens kenne ich diesen Weg selbst sehr gut, und auch nach vielen, vielen Jahren im Thema hadere ich mit jedem Milligramm MPH, wider besseren Wissens.

    Hier habe ich noch etwas gefunden, was mir sehr gefällt. Ich kenne die Autorin und den Sohn, er ist ein wunderbarer Mensch, die Geschichte sooooo typisch:

    http://32563.dynamicboard.de/t311f5-DIe-Geschichte-einer-Mami.html

    Das soll keineswegs heißen, dass jeder ADHS’ler Medikamente braucht, viele schaffen es auch ohne, es ist immer eine ganz persönliche Geschichte.

    Alles Gute !

    1. Kam auch nicht als Kritik an.
      Die Geschichte ist übrigens gut und ich kann mich mit der Mami identifizieren, obwohl ich sehr schnell für die Medis war.
      Doch was tun, wenn wir relativ hochdosiertes Ritalin nehmen und kein erwünschter Effekt eintritt.
      Naja, doofe Situation.
      Ich werde berichten, sofern denn die Globulis mal kommen ;-)
      So nun auf zur Apotheke

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